Inhalt

Projekt: Zur schönen Aussicht, Jahr: 2010

Projekttitel

Zur schönen Aussicht

Setting

Gemeinde

Zielgruppe

Jugendliche

Erwachsene

Ort/Land

Schaan, (FL)

Jahr

2010

Projektträger

Theater am Kirchplatz

→ Link zum Projekt Projektleitung

Barbara Ellenberger, künstlerische Leitung TaK, Dr. Marcus Büchel, Leiter Amt für Soziale Dienste
+423 237 59 60, +423 236 72 50

→ ellenberger@tak.li; marcus.buechel@asd.llv.li
Projektleiterin Barbara Ellenberger Projektleiter Dr.Marcus Büchel Logo Theater am Kirchplatz Logo Amt für Soziale Dienste im Fürstentum Liechtenstein
Theaterszene Frau am Boden,Mann beugt sich über sie Theaterszene mit drei Personen,die sich festhalten

Zur schönen Aussicht

Ein soziokulturelles Theater-Projekt in Liechtenstein für junge Leute und Erwachsene mit unterschiedlichem sozialen Hintergrund

Das Theater ist ein öffentliches Forum, auf dem aktuelle gesellschaftliche Themen und Probleme reflektiert und diskutiert werden und das Menschen den spielerischen und vergnüglichen Umgang mit sich und ihrer Lebenswelt ermöglicht. In diesem Sinne wird das Projekt «Zur schönen Aussicht» als Teil der Kernaufgaben des Theaters am Kirchplatz (TaK) betrachtet. Das Projekt sprengt den üblichen Produktionsrahmen eines Theaters und ­kann nur stattfinden, in dem eine ganze Reihe verschiedener Institutionen kooperieren und Know-how und Ressourcen zur Verfügung stellen. Protagonist/innen sind Liechtensteiner/innen mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen. Sie stellen sich einer neuen Herausforderung und haben Mut, etwas Eigenes zu kreieren und sich damit in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

„Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erleben so, dass Engagement sinnvoll sein kann und dass die Welt veränderbar ist.“
Ausgangslage

Was gab dem TaK und dem Amt für Soziale Dienste Anlass zur Initiierung dieses Projekts?

Marcus Büchel: In Liechtenstein gibt es zunehmend junge Menschen zwischen etwa 18 und 30 Jahren, die keiner geregelten Arbeit nachgehen. Sie sind nicht in der Lage, sich eine gesicherte Existenz aufzubauen und sind somit von wichtigen Teilen des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen. Trotz verschiedenster Unterstützung haben diese jungen Leute Schwierigkeiten, für sich positive Lebensumstände zu schaffen und verharren oft zu lange in einer lähmenden Perspektivenlosigkeit. Barbara Ellenberger Zudem konnte ich auf Erfahrungen mit dem Regisseur Marc Prätsch bauen, mit welchem ich bereits erfolgreich und auf hohem künstlerischem Niveau soziokulturelle Projekte umgesetzt habe.

Ziele

Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Projekt?

Barbara Ellenberger: Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollen die Erfahrung machen, dass sie in der Lage sind, sich kulturelles Erbe zu erschließen und dafür in einer Theateraufführung einen eigenständigen Ausdruck finden. In der Auseinandersetzung mit der Gruppe, im Prozess der Figurenfindung und Szenengestaltung entwickeln die Beteiligten Selbstvertrauen und soziale, künstlerische und kulturelle Kompetenz. Sie erhalten die Chance, ein kulturelles Highlight in Liechtenstein mitzugestalten. So erleben sie, dass Engagement sinnvoll sein kann und dass «die Welt veränderbar ist».

Methoden

Wie setzen sie das Vorhaben um?

Barbara Ellenberger: Der Theater-Apparat wird als «Sozialisations-Maschine» eingesetzt. Know-how und Prozesse, die normalerweise der Produktion von Theateraufführungen dienen, werden zur Integration der jungen und erwachsenen Menschen genutzt. Eine ausgewählte Kerngruppe von jungen Menschen widmet sich die ganze Spielzeit über mit Text- und Körperarbeit, Stimmbildung, Improvisation und Theaterproben. Weitere Jugendliche oder Mitglieder fester Organisationen stellen Dekoration und Kostüme her, betreuen das Projekt technisch oder gestalten die musikalische Begleitung und Tanzeinlagen.

Finanzierung

Und wie wurde das Ganze finanziert?

Marcus Büchel: Das Projekt war eine Koproduktion vom Theater am Kirchplatz, dem Amt für Soziale Dienste und der Gemeinde Schaan sowie eine Zusammenarbeit mit dem jungen Theater Liechtenstein. Gefördert wird das Projekt zusätzlich von Stiftungen und den Gemeinden Liechtensteins. Es waren also sehr viele Parteien am Gelingen des Projekts beteiligt. Wichtige Begleitprojekte werden in Liechtensteiner Betrieben umgesetzt. Mit diesen Satelliten werden Teilaufgaben geleistet, wie beispielsweise das Catering für das Publikum, die Werbestrategie für die Aufführungen, oder das Herstellen von Holzbauten für die Bühne. Im besten Fall finden einzelne Teilnehmende dadurch wieder direkten Anschluss an die Gesellschaft, was sich in Form von Einsparungen von Sozialleistungen/Arbeitslosengeldern niederschlagen sollte.

Erfahrungen

Also «Gute Aussichten»für das Projekt? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Marcus Büchel: Die Zusammenarbeit mit Theaterprofis auf ein gemeinsames Ziel hin, zeigten bei den Teilnehmer/innen konkret erfahrbare positive Entwicklungen. Bereits nach fünf Monaten regelmäßiger Theaterarbeit im Rahmen von verschiedenen theaterpädagogischen Workshops hat sich die Konzentrationsfähigkeit, die Bereitschaft, sich in die Gruppe einzubringen und zu exponieren, sowie Verantwortung für das eigene Tun und Lassen zu übernehmen spürbar gesteigert. Wir hoffen, dass es den Teilnehmenden gelingen wird, positive Selbsterfahrung nachhaltig zu verinnerlichen. Schon früh im Projektverlauf ist es gelungen einzelnen Teilnehmer/innen Betriebs-Praktika, kleine Ausstellungen und Schnupperwochen zu vermitteln.