Inhalt

Projekt: XXS-Alarm: Aktiv werden gegen Schlankheitswahn, Jahr: 2008

Projekttitel

XXS-Alarm: Aktiv werden gegen Schlankheitswahn

Setting

Schulen / Bildung

Zielgruppe

Bevölkerung allgemein

Kinder

Jugendliche

Ort/Land

Regensburg, (B)

Jahr

2008

Projektträger

FrauenGesundheitsZentrum e.V.

→ Link zum Projekt Projektleitung

Claudia Burmeister
+49 (0)941 81644

→ fgz-regensburg@gmx.de
Logo FrauenGesundheitsZentrum e.V.
Kleines Joghurt,Knäckebrot auf einem Teller und Wasser,daneben ein Schild mit der Kalorienangabe Bild einer sehr schlanken Frau an einer Bushaltestelle

XXS-Alarm: Aktiv werden gegen Schlankheitswahn

Aktionswettbewerb für Jugendliche im Raum Regensburg

Bei diesem Wettbewerb sollen Jugendliche in ihrer unmittelbaren Umgebung gegen die Propagierung übertriebener Schlankheitsideale und die Werbung für unsinnige und überteuerte «Abnehmhilfen» aktiv werden. Sie sollen kreative und öffentlichkeitswirksame Aktionen planen und durchführen und diese ausführlich dokumentieren. Die originellsten und effektivsten Aktionen nehmen an einer Preisverleihung teil.

Ausgangslage

Weshalb haben Sie das Projekt lanciert?

Laut der aktuellen KIGGS-Studie des Robert-Koch-Institutes weisen insgesamt 21,9 % aller Kinder und Jugendlichen Symptome von Ess-Störungen auf. In der Gruppe der 15- bis 35-jährigen Mädchen und Frauen sind ca. 5 % von einer schweren Magersucht oder Bulimie betroffen. Neben familiären, persönlichen und genetischen Einflussfaktoren spielen gesellschaftliche Schönheitsideale und deren massive mediale Präsenz eine große Rolle bei der Entwicklung einer Ess-Störung. Das Frauengesundheitszentrum führt seit Jahren Präventionsveranstaltungen, Beratung, Selbsthilfegruppen und Therapievermittlung zu Ess-Störungen durch. Parallel zu einer am Individuum ansetzenden Präventionsarbeit scheint es uns dringend notwendig auch gegen die Propagierung und wirtschaftliche Ausnutzung eines extremen Schlankheitsideals anzugehen.

Ziele

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Projekt?

Die Jugendlichen sollen lernen bewusst wahrzunehmen, wo und wie in ihrem direkten Lebensumfeld ein extremes Schlankheitsideal propagiert wird. Sie sollen die Zusammenhänge zwischen der ständigen Konfrontation mit diesen Idealen und der Entwicklung von Selbstwertproblemen und gestörtem Ess-Verhalten erkennen lernen. Ein weiteres Ziel ist die kritische Hinterfragung der Werbeversprechen von Diätprodukten, «Schlankheitspillen» und Abnehmprogrammen. Vor allem möchten wir die Jugendlichen ermutigen, aktiv zu werden. Geschäftsleuten und Akteuren aus Mode, Werbung und Medien sollen die möglichen Folgen der Verbreitung eines ungesunden Schlankheitsideals deutlich gemacht werden und sie sollen dadurch zum Umdenken angeregt werden. Bei den Aktionen soll die Öffentlichkeit mit einbezogen werden bzw. soll die Dokumentation der Aktionen eine möglichst breite Öffentlichkeitswirksamkeit erreichen.

Methoden

Wie haben Sie die Projektidee umgesetzt?

Die Wettbewerbsaussschreibung wurde an JugendgruppenleiterInnen und Lehrkräfte aller Schularten, auch die Schülermitverwaltungen, Schülerzeitungen und Schul-AGs geschickt. Die Jugendlichen sollen Aktionen planen, durchführen und möglichst genau dokumentieren (schriftliche Berichte, Fotos, Ton- oder Filmmittschnitte). Beispiele für «XXS-Alarm» Aktionen: Zeitungsartikel, Passantenbefragungen, Kunst-Aktionen, Interviews, Podiumsdiskussionen, interaktive Aktionen, Leserbriefe, Sketche, Recherchen oder eigene Tests zur Wirksamkeit von Diätprodukten, medikamentösen Abnehmhilfen und Abnehmprogrammen, Einbeziehung von Ess-Störungs-Betroffenen... Die Aktionen können ernst oder witzig sein, originell, kreativ, mutig...

Finanzierung

Wie wird das Projekt finanziert?

Das Projekt wurde ehrenamtlich vorbereitet. Die anfallenden Kosten werden bislang durch Spendengelder abgedeckt. Es läuft ein Antrag bei der Aktion Mensch zur Finanzierung des Projekts.

Erfahrungen

Wie hat sich das Projekt entwickelt?

Zu zahlreichen MultiplikatorInnen und PressevertreterInnen bestanden bereits gute Kontakte von einem Vorläufer-Projekt. Die regionale Presse hat mehrfach über die bisherige Präventionsarbeit des FGZ berichtet und wir rechnen daher mit einer umfassenden Berichterstattung über den Aktionswettbewerb bzw. über die einzelnen Aktionen. Zahlreiche Jugendliche und Jugendgruppen haben bereits Interesse an der Teilnahme bekundet. Bei einzelnen Aktionen waren/sind rechtliche Fragen zu klären (z.B. bei Aktionen vor oder in bestimmten Geschäften, Nennung konkreter Firmennamen in Artikeln).