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Projekt: Wohnen daheim im Alter, Jahr: 2001

Projekttitel

Wohnen daheim im Alter

Setting

Familien / Wohnraum

Zielgruppe

Seniorinnen / Senioren

Fachpersonenn

Ort/Land

Götzis, (A )

Jahr

2001

Projektträger

Institut für Sozialdienste, Bregenz

Projektleitung

BM Ing. Hermann Mayer
+43 05523 558260

→ menschengerechtes.bauen@ifs.at
Logos der Träger
Ein älteres Paar umarmt sich

Wohnen daheim im Alter

Projekt zur Erhaltung und Sicherung der Lebensqualität im Alter

Möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben: Wie lässt sich verwirklichen, was gemäß Umfrage fast alle anstreben? Unter anderem durch barrierefreies Bauen. In der Region Walgau läuft ein Projekt, das durch Bewusstseinsbildung und Aktivierung von Eigeninitiative – Pflegebedürftige und künftig Betroffene, Planer, Baubehörden, Bauherren, Handwerker, Ärzte, Pflegepersonal und pflegende Angehörige dazu animiert, auf eine altersgerechte Anpassung von Wohnraum zu achten, um so die Lebensqualität älterer Menschen zu sichern.

Mit und in 14 Gemeinden in der Region Walgau (Vorarlberg) wurde die Wohnsituation von älteren Menschen durch Einbindung aller mit diesen in Kontakt stehenden Organisationen und Einrichtungen bearbeitet.Dazu gehören das Institut für Sozialdienste «Menschengerechtes Bauen», die Götzis Initiative «Sichere Gemeinden» und das Dornbirn PRO–Team für Nahraum- und Gemeinwesenentwicklung (Bregenz).

„Wie wichtig das Thema «Wohnen daheim im Alter» ist, zeigte eine repräsentative Umfrage: 97 Prozent befürworten die Initiative. 88 Prozent können sich vorstellen, ihren ganzen Lebensabend in der eigenen Wohnung zu verbringen.“
Ziele

Hauptziel ist, älteren Menschen das Wohnen in den eigenen vier Wänden unter den Aspekten Lebensqualität, Sicherheit und Selbständigkeit so lange es geht zu ermöglichen – dies besonders unter der Prämisse der Prävention. Umgesetzt wird dies durch einen Prozess der Information, Bewussteinsbildung, Sensibilisierung und Schulung.

Methoden

Ältere Menschen

Wie wichtig das Thema «Wohnen daheim im Alter» ist, zeigte eine repräsentative Umfrage gleich zu Beginn des Projektes: 97 Prozent befürworten die Initiative. 88 Prozent können sich vorstellen, ihren ganzen Lebensabend in der eigenen Wohnung zu verbringen. Andererseits gaben 62 Prozent der Befragten an, dass ihre Wohnung sicher nicht oder wahrscheinlich nicht barrierefrei ist. Bei Projektstart wurde von allen 14 Projektgemeinden je eine örtliche Gemeinde- Koordinationsperson nominiert, die für die Projektleitung als Ansprech- Kontakt- und Informationsperson fungierte.

Einer der Schwerpunkte des Projektes ist barrierefreies Bauen, da ohne bauliche Voraussetzungen «Wohnen daheim im Alter» undenkbar ist. Rund 80 Bauplaner, Architekten, Installateure und Fliesenleger informierten sich in mehreren Seminaren zum Thema «Intelligent planen – bauen ohne Barrieren». Um auch den Handwerkernachwuchs schon während der Ausbildungszeit über diese Thematik zu informieren, fanden für Gas-Wasser-Heizungs- Installateur-Lehrlinge die Schulungen «Intelligent bauen – barrierefreie Sanitärräume» statt. Denn mit dem richtigen Wissen lassen sich Bausünden leicht vermeiden.

Auch die Handwerksausstellungen «Traumhaus - Althaus» und die WIG-Nenzing, nutzten das Projektteam, um über «barrierefreies Bauen» zu informieren. Baumassnahmen sind aber nicht das einzige Thema des Projekts. Mitarbeiter des IfS und der Initiative «Sicherere Gemeinden» informierten in einer Reihe von Vorträgen in den Gemeinden der Region über Unfallverhütung im Seniorenalter.

Fachpersonal

Neben den älteren Menschen selbst sind Mitarbeiter der Hauskrankenpflege und der Mobilen Hilfsdienste wichtige Zielgruppen für solche Informationen. Sie kommen Tag für Tag in die Wohnungen älterer Menschen und können so beurteilen, wo Handlungsbedarf besteht. Im Herbst 2000 wurde für Hauskrankenpfleger, Mitarbeiter von mobilen Hilfsdiensten und pflegende Angehörige die Seminarreihe «Wohnen daheim im Alter – Unfälle vermeiden, Konflikte bewältigen, Hilfsmittel nützen» durchgeführt. Sie können das gewonnene Know-how langfristig anwenden und Betroffene bei Schwierigkeiten gezielt beraten und Verbesserungen vorschlagen.

Doch auch wenn alle Hindernisse aus dem Weg geräumt sind: Tatsächlich möglich wird «Wohnen daheim im Alter» letztlich vor allem durch die Gesundheit der Betroffenen. So bot das Projektteam ein Seminar für Ärzte, Physiotherapeuten und Pflegekräfte zum Thema «Sturzprävention bei über 75-Jährigen» an. Internationale Erfahrungen zeigen, dass alte Menschen, die körperlich beweglicher sind, über ein viel geringeres Unfallrisiko verfügen.

Weitere Maßnahmen

Um die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Projektzielgruppen richtig ansprechen und abdecken zu können, wurden zwei neue Informationsbroschüren entworfen. Vor allem ältere Menschen finden in «Vitaler Wohnen» Informationen zum Thema Wohnberatung und Wohnungsanpassung und können in wenigen Minuten einen Sicherheits-Check für ihre Wohnung vornehmen und eine kostenlose und unverbindliche Beratung anfordern. In den Gemeinden der Region Walgau wurden im Laufe des Projektes über 50 Wohnberatungen durchgeführt. Unter anderem wurde die Broschüre an die zirka 1600 über 75-Jährigen in der Region verschickt, um sie noch einmal direkt auf das Thema aufmerksam zu machen. Die Broschüre «Intelligent planen – bauen ohne Barrieren» spricht vor allem jüngere Menschen an, die im Begriff sind ihre eigenen vier Wände zu planen, sowie Architekten, Bauplaner und Handwerker.

Der Projektverlauf wurde regelmässig in halbjährigen Zwischenberichten inkl. Pressespiegel dokumentiert. Kernpunkt des Evaluationskonzeptes sind die repräsentativen Umfragen in der Walgauer Bevölkerung vor Beginn und zum Abschluss des Projektes.