Inhalt

Projekt: Time well spent, Jahr: 2001

Projekttitel

Time well spent

Setting

Spitäler / Heime

Zielgruppe

Seniorinnen / Senioren

Sonstige

Ort/Land

Zürich, (CH )

Jahr

2001

Projektträger

Universität Zürich, Psychologisches Institut, Sozialpsychologie I

Projektleitung

Kerstin Albrecht
+41 (0)1 433 09 79

→ kerstin_albrecht@yahoo.com

Sandra Oppikofer
+41 (0)1 383 71 01

→ sandra.oppikofer@swissonline.ch
Eine Hand hält eine andere

Time well spent

Die Käferberg Besucherstudie

Nehmen von (Alters-)Demenz Betroffene Besuche(r) überhaupt bewusst wahr? Und wie wirken sich soziale Kontakte auf Krankheitsverlauf und Wohlbefinden aus? Während einer Studie im Zürcher Krankenheim Käferberg haben Freiwillige während zehn Wochen leicht und schwer Demente besucht, die kaum Kontakte zu Aussenstehenden haben. Die Resultate verblüffen.

„Eindrücklich war die Erkenntnis, dass die dementen Menschen die Besuche wirklich registrierten und sich in irgendeiner Form daran zu erinnern schienen.“
Ziele

Demenz ist eine Krankheit, die zwar meist ältere Menschen trifft, aber auch schon im Alter ab 30 Jahren auftreten kann. Sie äussert sich in Zerstreutheit, Vergesslichkeit bis hin zur geistigen Umnachtung. Die bekannteste Form davon ist Alzheimer. Oft sind Angehörige und Pflegende von dementen Menschen verunsichert, wenn es darum geht, die Wirkung ihrer Kontakte abzuschätzen. Die Käferberg-Studie untersuchte, ob beziehungsweise inwiefern soziale Unterstützung in Form regelmässiger Besuche das Wohlbefinden betagter, dementer Menschen verbessert.

Methoden

Studierende am Psychologischen Institut, Sozialpsychologie I, führten in Zusammenarbeit mit dem Stadtärztlichen Dienst Zürich und dem Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich eine Untersuchung mit leicht bis schwer dementen Menschen im Zürcher Krankenheim Käferberg durch. Die Gruppe umfasste Leute im Alter zwischen 65 und 99 Jahren. Über die Seniorenuniversität und Inserate wurden Freiwillige rekrutiert, die bereit waren, die Heimbewohner regelmässig zu besuchen. Fachleute schulten und betreuten ihrerseits die Freiwilligen.

Die erste Gruppe älterer Menschen bekam über zehn Wochen regelmässig Besuch. Eine zweite Gruppe diente als Kontrollgruppe. Zur Erinnerung und um den Effekt der Vorhersagbarkeit zu verstärken, erhielten die Mitglieder der Experimentalgruppe eine Terminkarte, die mit dem Foto des freiwilligen Helfers und dem nächsten Besuchstermin versehen war.

Erfahrungen

Die Besuche hatten einen eindeutig positiven Einfluss auf das Wohlbefinden der Heimbewohner. Es konnten Verbesserungen im psychischen, physischen und sozialen Wohlbefinden der Teilnehmer festgestellt werden. Die Besuche milderten das durch körperliche Krankheiten entstandene Leiden und schienen zudem die Auswirkungen des geistigen Abbaus auf die Leistungsfähigkeit der Patienten abzuschwächen.

Eindrücklich war die Erkenntnis, dass die dementen Menschen die Besuche wirklich registrierten und sich in irgendeiner Form daran zu erinnern schienen. Die Untersuchung zeigte, dass solche Leute in emotionalen Belangen sehr empfindsam sind und über ihre Empfindungen auch noch bis zu einem relativ schweren Demenzstadium erstaunlich gut und differenziert Auskunft geben können. Auch die freiwilligen Helfer und Helferinnen profitierten von den Besuchen. Sie fühlten sich nach den jeweiligen Besuchen erfüllter und wohler als vorher.