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Projekt: Stark&clean, Jahr: 2010

Projekttitel

Stark&clean

Setting

Schulen / Bildung

Zielgruppe

Jugendliche

Fachpersonenn

Ort/Land

Wil, (CH )

Jahr

2010

Projektträger

Oberstufe Sonnenhof

→ Link zum Projekt Projektleitung

Helen Frehner
+41 (0)78 611 42 67

→ helen.frehner@swil.ch

Michael Hasler
+41 (0)71 913 83 00

→ michael.hasler@swil.ch
Projektleiter Michael Hasler Projektleiterin Helen Frehner Projektlogo "Stark und Clean"
Reanimationsübung an Puppe Grosse Gruppe Erwachsener beim Sportplatz

Stark&clean

Früherkennung/Frühintervention und Prävention an einer öffentlichen Schule auf der Ebene der Schüler/innen und Lehrpersonen

Das Wohlbefinden der Jugendlichen beeinflusst das Wohlbefinden der Lehrpersonen – der Umkehrschluss ist selbstredend, wenn auch abgeschwächt, ebenso gültig. In der rund dreijährigen Aufbauarbeit und Projektphase in Kooperation mit dem Lehrer/innen-Team und der Elternvereinigung entwickelte der Sonnenhof einen Leitfaden für die Erfassung und Bearbeitung von Auffälligkeiten jeglicher Art – die Leitfäden «Früherkennung» auf der Schüler/innen-Ebene sowie «Kritische Berufsphase einer Lehrperson» und «Interne Kriseninterventionsgruppe KIG». Der Sonnenhof konnte mit diesen drei sich bedingenden Teilprojekten als eine von zwei Schulen im Kanton St. Gallen die Mitgliedschaft des Schweizerischen Netzwerkes Gesundheitsfördernder Schulen (SNGS) erlangen.

„Mit unseren Jahresfahrplänen streben wir eine gezielte und strukturierte Präventionsarbeit an, welche eng mit der Förderung der Sozial- und Selbstkompetenz bei unseren Schüler/innen verknüpft ist.“
Ausgangslage

Was waren Ihre Beweggründe das Projekt Stark&clean ins Leben zu rufen?

Michael Hasler: Rund ein Drittel aller Schüler/innen erleben im Verlauf der Pubertät, also in der Oberstufe, eine Form von Krise. Und beinahe die Hälfte aller Lehrpersonen muss in ihrer über 30-jährigen Berufskarriere eine solche überstehen. Es bestanden bei uns an der Oberstufe Sonnenhof keine einheitlichen Richtlinien für das Vorgehen bei Auffälligkeiten von Schüler/innen. Sowohl die Lehrpersonen als auch Schulleitung und Schulsozialarbeit mussten je nach Fall das Vorgehen neu erarbeiten und strukturieren. Bei Berufskrisen von Lehrern sind die Hilfestellungen durch die verschiedenen Stellen häufig wenig griffig, weshalb diese Probleme oft tabuisiert werden.

Ziele

Welche Ziele stehen dabei für Sie im Vordergrund?

Helen Frehner: Unser Ziel war es, durch die Straffung und Klärung des Ablaufs den ­Arbeitsaufwand der Lehrpersonen für solche Auffälligkeiten zu minimieren, ohne dabei den Handlungsspielraum der Lehrpersonen unnötig einzuschränken. Das Wort «stark» bezieht sich auf den Grundsatz, die Schüler/innen in ihrem Entwicklungsprozess zu unterstützen und zu stärken. Unser Grundsatz: Schüler/innen mit einem gesunden Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl sind eher in der Lage, auch in kritischen Situationen, wie im Umgang mit Suchtmitteln, NEIN zu sagen. Das Wort «clean» bezieht sich klar auf einen präventiven Ansatz, ist aber letztlich die Folge aus dem unter dem Begriff «stark» oben angeführten Selbstverständnis.

Methoden

Wie können Sie im Sonnenhof diese Ziele umsetzen?

Helen Frehner: Wir haben den Versuch der Problemverhinderung über das Stärken und der effizienten Problembewältigung auf verschiedenen Ebenen, sprich SchülerInnen, Lehrper­sonen und Eltern, zusammengefasst. Am deutlichsten sichtbar wird dies anhand der beiden Leitfäden «Früherkennung/Frühintervention» auf der Schüler/innen-Ebene und «Kritische Berufsphase einer Lehrperson». Michael Hasler Innovativ ist sicher der Leitfaden in Bezug auf die Berufskrisen bei Lehrpersonen. Dafür fehlten bisher Instrumente in der Schulleitung. Dieser soll allen Beteiligten eine Handreichung bieten. Darin werden den Lehrpersonen und Personalverantwortlichen Wege, Möglichkeiten aber auch Grenzen im Zusammenhang mit Berufskrisen aufgezeigt. Für komplexere Krisensituationen mit unmittelbarem Handlungsbedarf wurde ein weiteres Instrument, nämlich das einer internen Kriseninterventionsgruppe, kurz KIG, geschaffen.

Finanzierung

Und wie hat sich die Finanzierung von Stark&clean gestaltet?

Michael Hasler: Das Projekt wurde so kurzfristig an uns herangetragen, dass uns die Vorlaufzeit für die Einrichtung eines Kosten- und zeitlichen Ressourcendaches schlicht fehlte. Das Gesamtprojekt Stark&clean ist praktisch kostenneutral (einzige finanzielle Unterstützung durch Bundesamt für Gesundheit BAG) entstanden und wurde praktisch ausnahmslos durch den Innovationswillen der einzelnen Projektmitglieder und namentlich der Schulsozialarbeiterin Helen Frehner und meiner Unterstützung vorangetrieben.

Erfahrungen

Was können Sie über Ihre Erfahrungen berichten? Kann Ihr Projekt auch an anderen Schulen umgesetzt werden?

Helen Frehner: Vor dem Projekt lief wie gesagt vieles informell. Durch Schaffung von verbindlichen Jahresfahrplänen mit regelmäßiger Evaluation und ebenso verbindlichen Leitfäden, welche vom Team kooperativ implementiert werden, ist die Nachhaltigkeit nun personenunabhängig gegeben. Und mit der Verschriftlichung der Jahresfahrpläne und der Leitfäden besteht erstmals die Möglichkeit, die entsprechenden Werkzeuge laufend zu verändern und zu verbessern. Der Leitfaden «Kritische Berufsphase einer Lehrperson» kann problemlos im ganzen Kanton St. Gallen übernommen werden – auf allen Stufen. Der Leitfaden «Früherkennung und Frühintervention (FF)», wurde bereits von einigen Schulen als Beispielvorlage benutzt. Lediglich als Vorlage deshalb, weil es für uns zwingend scheint, dass das gesamte Team in den Entstehungs- und Umsetzungsprozess eingebunden ist und das Projekt von der gesamten Schule getragen und gelebt wird.