Inhalt

Projekt: s’Kinderzügle, Jahr: 2008

Projekttitel

s’Kinderzügle

Setting

Familien / Wohnraum

Schulen / Bildung

Zielgruppe

Kinder

Erwachsene

Ort/Land

Andelsbuch, (A )

Jahr

2008

Projektträger

Gemeinde Schwarzach: Kindergärten Dorf und Minderach, plan-b regionales Mobilitätsmanagement

→ Link zum Projekt Projektleitung

Gerhard Schmid
+43 (0)5512 2398

→ gs@mprove.at
Projektlogo "s'Kinderzügle" Logo plan b
Kinder in Zweierreihen mit Warnwesten Gruppenbild Kinder und Polizistin in Warnwesten

s’Kinderzügle

Hänschen auf gesunden Wegen

Was Hänschen nicht geht, läuft Hans nimmermehr. Unter diesem Motto animiert «s’Kinderzügle» in Schwarzach Kindergartenkinder zum täglichen Gehen. Verschiedene Eltern, geschult von der Exekutive, begleiten die Kids gemeinsam mit den KindergartenkollegInnen aus der Nachbarschaft zu Fuß zum Kindergarten. Fast wie Zugfahren, nur «gerollt» wird mit den eigenen Füßen. An den selbstgebastelten Haltestellen kommt im ganzen Ort «s’Kinderzügle» vorbei – angeführt von Mamas und Papas. Endstation ist beim Kindergarten. «s’Kinderzügle» haben die beiden Schwarzacher Kindergärten gemeinsam mit der Gemeinde und dem regionalen Mobilitätsmanagement plan-b im Herbst 2007 initiiert. Es motiviert seitdem mit großem Erfolg Kinder und Eltern dazu, Alltagswege zu Fuß zurück zu legen.

Ausgangslage

Weshalb haben Sie das Projekt lanciert?

Immer mehr Kinder werden auch in Schwarzach täglich mit dem «Elterntaxi» zum Kindergarten gebracht. Die Folgen dieses Phänomens sind vielschichtig:
◾Wenige Alltagswege bei Kindern tragen zu akutem Bewegungsmangel bei, wertvolle soziale Kontakte auf dem Weg zum Kindergarten werden weniger.
◾Viel Autoverkehr rund um die Kindergärten mindert die Verkehrssicherheit im Ort.
◾Zudem wirkt sich das «Elterntaxi» negativ auf die Selbständigkeit von Kindern aus.

Ziele

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Projekt?

◾Bewegung auf alltäglichen Wegen frühzeitig fördern
◾Kinder nachhaltig an eine gesunde Lebensweise heranführen
◾soziale Kontakte auf dem Weg zum Kindergarten unterstützen
◾den Autoverkehr in der Gemeinde reduzieren und damit Klima und Umwelt schützen und die Lebensqualität erhöhen
◾…und damit die körperliche, seelische und soziale Gesundheit fördern

Methoden

Wie haben Sie die Projektidee umgesetzt?

Methoden Das Verkehrsaufkommen vor Ort war Auslöser, um sich verstärkt mit sozialen, gesundheitlichen und ökologischen Hintergründen zu beschäftigen. Statt Symptome zu bekämpfen (Anpassung der Verkehrssituation beim Kindergarten), arbeiten zahlreiche Beteiligte gemeinsam an den Ursachen. So funktioniert’s:

◾Eltern begleiten kleine Kindergruppen mit ähnlichen Wegen abwechselnd zum Kindergarten bzw. wieder zurück.
◾Jedes Kind erhält eine «Fahrkarte», auf der die zurückgelegten Wege «gezwickt» werden.
◾Die Treffpunkte sind mit einem kleinen Haltestellenschild versehen. So wird auch die Nachbarschaft aufmerksam.
◾Logo, Fahrkarten und Haltestellen haben die Kindergartenkinder selbst gestaltet. Das schafft Eigenverantwortung und Identifikation.
◾Alle Kinderzügle-Passagiere bekommen eine Sicherheitsweste. Zur Verkehrserziehung mit der Polizei sind auch Eltern eingeladen. Eine Polizistin begleitete einzelne Kinderzügle-Linien auf einem ihrer Kindergartenwege.
◾Eltern und Gemeindevertreter diskutieren in Elternabenden Verbesserungsmaßnahmen im Straßenraum.
◾Die Übertragbarkeit für andere Gemeinden wurde von Anfang an mitbedacht.

Finanzierung

Wie wird das Projekt finanziert?

«s’Kinderzügle» wurde von der Gemeinde Schwarzach und dem regionalen Mobilitätsmanagement plan-b finanziert. Logo, Fahrkarten und Haltestellen haben die Kinder selbst gestaltet. Warnwesten sowie kleine Preise für die fleißigen «Fahrgäste» sind von Sponsoren gestellt.

Erfahrungen

Wie hat sich das Projekt entwickelt?

◾Mehr Bewegung und soziale Kontakte, sicheres Verhalten auf öffentlichen Wegen und weniger Verkehr fördern die Gesundheit gesamthaft.
◾29 Kindergartenkinder kommen regelmäßig mit dem Kinderzügle zum Kindergarten.
◾16 Eltern beteiligen sich aktiv am Projekt.
◾Treibende Kraft ist die Freude der Kinder.
◾Aus dem Probemonat ist umgehend eine Dauereinrichtung entstanden.
◾Weitere plan-b Gemeinden streben eine Übernahme des Modells an.
◾Das Projekt wirkt nachhaltig: Weniger Kinder werden mit dem «Elterntaxi» gefahren. Die Zahl der Autos vor dem Kindergarten hat massiv abgenommen.