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Projekt: Nur was ich schätze kann ich schützen, Jahr: 2016

Projekttitel

Nur was ich schätze kann ich schützen

Setting

Schulen / Bildung

Zielgruppe

Kinder

Jugendliche

Erwachsene

Ort/Land

Puchheim, (B)

Jahr

2016

Projektträger

MFM Deutschland e.V.

→ Link zum Projekt Projektleitung

Dr. med. Elisabeth Raith-Paula
+ 49 (0)89 8902 6168

→ info@mfm-programm.de
Projektleitung "nur-was-ich-schaetze" Projektlogo "nur-was-ich-schätze"
Mehrere Jungen sitzen im Stuhlkreis, ein Mann hält zwei kleine Papierobjekte in die Höhe Mehrere Jungen sitzen im Stuhlkreis, in der Mitte liegt eine Decke mit mehreren Objekten, ein Mann hockt vor den Jungen und hält einen Ball

Nur was ich schätze kann ich schützen

Altersgerechte Begleitung durch die Pubertät

Das MFM-Programm ist ein standardisiertes, sexualpädagogisches Präventionsprogramm, entstanden aus dem 1999 von Dr. Raith-Paula initiierten MFM-Projekt®. Zuerst nur an 10- bis 12-jährige Mädchen gerichtet (Workshop „Zyklusshow“) wurde es 2003 um das Zwillingsprojekt für Jungen (Workshop „Agenten auf dem Weg“) erweitert. Ein Elternvortrag zur Nachhaltigkeit ist obligat. 2012 wurde der gemeinnützige Verein MFM Deutschland e.V. gegründet. „Nur was ich schätze kann ich schützen“ ist eine aktuelle Weiterentwicklung und Komplettierung dieses MFM-Programms: Mit dem 2013 entwickelten Workshopangebot WaageMut® für Jugendliche ab 14 Jahren und junge Erwachsene und mit dem Grundschulworkshop KörperWunderWerkstatt® wurde ein ganzheitliches, aufeinander aufbauendes, wertschätzendes Präventionsprogramm zur altersgerechten Begleitung junger Menschen in der Pubertät geschaffen.

„Wir unterstützen junge Menschen dabei, ihren Körper zu verstehen und als wertvoll, also schützenswert zu erkennen.“
Ausgangslage

Was hat Sie dazu bewegt, das MFM-Programm um neue Module zu ergänzen?

Elisabeth Raith-Paula: Unsere Workshops für Zehn- bis Zwölfjährige laufen schon seit vielen Jahren sehr erfolgreich. Eltern und Lehrer waren von unserem Ansatz überzeugt. Gleichzeitig wurde von ihnen zunehmend der Wunsch nach ähnlich ganzheitlichen Angeboten sowohl für ältere Jugendliche als auch für Grundschulkinder geäußert.

Ziele

Was möchten Sie mit Ihrem Ansatz erreichen?

Elisabeth Raith-Paula: Dem Leitgedanken „Nur was ich schätze kann ich schützen“ gemäß legen wir bei jungen Menschen den Grundstein für erfolgreiche Prävention: Wir unterstützen sie, ihren Körper zu verstehen und als wertvoll und damit schützenswert zu erkennen. Dies gelingt auf mehreren Ebenen: Intellektuell vermittelt aktuelles Fachwissen und der Bezug zum eigenen Erleben Körperkompetenz, auf der emotionalen Ebene wird das Staunen und die Begeisterung über das Wunder des eigenen Körpers angeregt. Wichtig ist ein altersgerechtes Angebot, das sich den Entwicklungsphasen anpasst. Nicht zu vergessen: das Einbeziehen der Eltern – das sichert die Nachhaltigkeit.

Methoden

Wie haben Sie das Angebot entwickelt und umgesetzt?

Elisabeth Raith-Paula: Wie bei den ersten Workshops „Zyklusshow“ und „Agenten auf dem Weg“ wurde von Urheberteams (erfahrene SozialpädagogInnen und MedizinerInnen) in meist ehrenamtlicher Arbeit Konzeptmanuale entwickelt. Nach Pilot- und Evaluierungsphase erfolgte die Multiplikation durch Ausbildung von MFM-ReferentInnen für die neuen Angebote. Die eingesetzten Geldmittel lagen bei rund 10.000 €. Dazu kamen die Arbeitszeiten: Die ehrenamtliche Arbeit aller beteiligten Akteure lag geschätzt bei 3000 Stunden, die Arbeitszeit seitens des angestellten Vereinsvorstands bei 200 Stunden.

Finanzierung

Wie werden die Angebote finanziert?

Elisabeth Raith-Paula: Die Finanzierung steht auf mehreren Säulen. Träger ist der gemeinnützige Verein MFM Deutschland e.V. Die Konzeptionsarbeit der Urheberteams erfolgte größtenteils ehrenamtlich; Auslagenerstattung und Honorierung der Urheber (6500 €) erfolgen durch den Verein. Dieser finanziert sich durch Verwaltungs- und Lizenzgebühren (10 €) und Gebühren für Workshops, durch Spenden und Fördermitgliedschaften sowie durch die Unterstützung durch einige katholische Bistümer. Die Kosten für Ausbildung trägt der Auszubildende, die Gebühren für die Durchführung der Workshops „der Kunde“ (Schule bzw. Eltern, VHS etc).

Erfahrungen

Wie bewerten Sie den Erfolg Ihres Projektes?

Elisabeth Raith-Paula: Die große Nachfrage – Wachstum ohne Werbung, ausschließlich durch Weiterempfehlung von zufriedenen Eltern/Lehrenden/SchülerInnen – ist das konkreteste Resultat und bestätigt die Nachhaltigkeit des Ansatzes einer altersgerechten, nicht defizit-, sondern ressourcenorientierten Begleitung über mehrere Entwicklungsphasen. Trotz Kostenpflichtigkeit der Workshops können wir in Regionen wie München die Nachfrage kaum bewältigen. Zur Illustration ein paar Zahlen: Bei WaageMut® ist die Konzeptions-, Pilot und 1. Ausbildungsphase abgeschlossen; wir haben derzeit 35 zertifizierte ReferentInnen, 18 weitere befinden sich in Ausbildung. KörperWunderWerkstatt® befindet sich in der Pilotphase mit 21 ReferentInnen. 2015 liefen deutschlandweit im Gesamtprogramm fast 5000 Veranstaltungen mit über 67.000 Teilnehmenden und 325 zertifizierten ReferentInnen. Eine Langzeitevaluation wäre wünschenswert; leider fehlen derzeit dazu die finanziellen Mittel.

PechaKucha-Präsentation im Rahmen des IBK-Studientags für Gesundheitsförderung und Prävention am 20. April 2016