Inhalt

Projekt: Niko-Teen – Infos und Unterstützung für junge Leute, Jahr: 2016

Projekttitel

Niko-Teen – Infos und Unterstützung für junge Leute

Setting

Sonstige

Zielgruppe

Jugendliche

Erwachsene

Ort/Land

Götzis, (A )

Jahr

2016

Projektträger

SUPRO – Werkstatt für Suchtprophylaxe

→ Link zum Projekt Projektleitung

Mag. Martin Onder
+43 (0)5523 54 941

→ martin.onder@mariaebene.at
Projektleitung "nikoteen" Projektlogo "nikoteen" Projektlogo "nikoteen"
mehrere Mädchen stehen an einem Stand mit zahlreichen Objekten in einem Regal, auf einem Plakat dahinter steht "Die neue Lust auf Freiheit". Tabakpflanze mit rotem Pfeil, der auf einen kleinen Totenkopf aus Papier zeigt

Niko-Teen – Infos und Unterstützung für junge Leute

Dreistufiges Tabakpräventionsprogramm für Jugendliche in Vorarlberg

In keinem OECD-Staat rauchen mehr Jugendliche als in Österreich. Die SUPRO – Werkstatt für Suchtprophylaxe hat deshalb das innovative 3-Stufen Tabakpräventionsprogramm „Niko-Teen“ speziell für Jugendliche entwickelt, stets mit der Vision „Nichtrauchen als Norm“ zu etablieren. Das Projekt motiviert junge VorarlbergerInnen, sich mit ihren eigenen Einstellungen, Verhaltensweisen und Konsummustern auseinanderzusetzen – ohne bevormundend zu wirken. Ein Mitmachparcours, bei dem viele Informationen und Hintergrundwissen auf interaktive und abwechslungsreiche Weise präsentiert werden, stellt den Einstieg ins Projekt dar. In der zweiten Stufe werden Bezugspersonen fortgebildet, um selbstständig mit ihren „Schützlingen“ präventiv arbeiten zu können. Dazu gibt es Workshops für Jugendliche und einen Elternvortrag. Zum Abschluss bietet „Niko-Teen“ rauchenden Jugendlichen mit dem Gruppenkurs „Free Your Mind“ die Möglichkeit, ihren Konsum zu reflektieren und gibt Hilfestellung, diesen zu reduzieren oder zu beenden. Der Projektzeitraum war vom 1.9.2013 bis 31.12.2015.

„Die im Projekt neu entwickelten Angebote sind nach Projektende fixer Bestandteil der Tabakprävention in Vorarlberg geworden.“
Ausgangslage

Was hat Sie dazu motiviert, dieses Tabakpräventionsprogramm anzustoßen?

Martin Onder: In keinem OECD-Staat rauchen mehr Jugendliche als in Österreich. Dies hat mittel- und langfristig negative Folgen für die persönliche Gesundheit. Doch wie überzeuge ich junge Menschen, dieses Wissen zu berücksichtigen und das Nichtrauchen als erstrebenswert zu erachten? Aus diesen Überlegungen entstand die Projektidee – ein dreistufiges Tabakpräventionsprogramm, das junge VorarlbergerInnen dazu motiviert, sich mit dem Thema persönlich auseinanderzusetzen.

Ziele

Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Projekt?

Martin Onder: Ziel des Projektes ist, Nichtrauchen als Norm zu etablieren. Zudem werden mittels moderner Lern- und Motivationstheorien Jugendliche direkt motiviert, sich mit ihren eigenen Einstellungen, Verhalten und Konsummustern auseinanderzusetzen, sodass weniger Jugendliche mit dem Rauchen beginnen. Mit professioneller Hilfe wird bereits rauchenden und veränderungswilligen Jugendlichen eine Reduktion oder Beendigung des Tabakkonsums erleichtert. Neben der Einbindung des Bezugssystems Jugendlicher sind weitere Zielsetzungen, die Standardisierung und Nachhaltigkeit des Projekts zu gewährleisten.

Methoden

Können Sie Konzept und Organisation beschreiben?

Martin Onder: Die Konzeption des Projektes erfolgte durch MitarbeiterInnen der SUPRO. Viele innovative Ideen konnten so selbst entwickelt, ausprobiert und angepasst werden. Des Weiteren lag die Projektsteuerung und -leitung in den Händen der SUPRO. Diese Herangehensweise machte es möglich, bewährte Entwicklungen praxisorientiert auf die unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Zielgruppen und Settings anzupassen. Bei der Umsetzung werden neben internen MitarbeiterInnen auch externe MitarbeiterInnen sowie PraktikantInnen ausgebildet und befähigt, Inhalte zu vermitteln. Eine externe Evaluation ist derzeit im Gange.

Finanzierung

Wie finanziert sich „Niko-Teen“?

Martin Onder: Unterstützt wird das Projekt durch die VGKK, den „Rahmen-Pharmavertrag“ (einer Kooperation von österreichischer Pharmawirtschaft und Sozialversicherung) sowie den Fonds Gesundes Vorarlberg.

Erfahrungen

Wie kommt Ihr Projekt bei den Jugendlichen an, wurden die gesetzten Ziele erreicht?

Martin Onder: Das Thema Tabakprävention ist derzeit sehr aktuell und über Tabakkonsum wird intensiv diskutiert. Von Anfang an wurde unsere Initiative sehr gut aufgenommen, die gesetzten Ziele sind erfüllt und auch übertroffen worden. Ein paar Beispiele: 1241 Jugendliche nahmen an 59 Mitmachparcours teil, 45 junge Menschen absolvierten 8 „Wenigerrauchen“ Gruppenkurse, 52 MultiplikatorInnen besuchten 6 Fortbildungen und mehr als 900 Eltern insgesamt 20 Elternvorträge. Es ist gelungen, Jugendliche, Erwachsene und MultiplikatorInnen in verschiedensten Settings zu informieren, zu sensibilisieren und Reflexionsprozesse anzustoßen. Die Methode des Mitmachparcours erwies sich dabei als sehr effektiv. Gleichzeitig bieten die „Weniger rauchen“ Kurse eine hervorragende Möglichkeit für Jugendliche, sich mit ihrem Rauchverhalten kritisch auseinanderzusetzen, das Rauchen zu reduzieren, beziehungsweise damit aufzuhören. Die im Projekt neu entwickelten Angebote sind nach Projektende fixer Bestandteil der Tabakprävention in Vorarlberg geworden. Interesse am Projekt gibt es auch seitens der Fachwelt. So hat die Jury des European Forum Alpbach 2015 „Niko-Teen“ als eines von europaweit zehn Leuchtturmprojekten ausgewählt und präsentiert. Vorbildcharakter über die Landesgrenzen hinaus beweist das Projekt ebenfalls. Die Landesstelle Suchtprävention Kärnten hat „Niko-Teen“ in ihr Angebot übernommen.

PechaKucha-Präsentation im Rahmen des IBK-Studientags für Gesundheitsförderung und Prävention am 20. April 2016