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Projekt: Miniköche Rankweil, Jahr: 2016

Projekttitel

Miniköche Rankweil

Setting

Familien / Wohnraum

Schulen / Bildung

Zielgruppe

Kinder

Erwachsene

Ort/Land

Rankweil, (A )

Jahr

2016

Projektträger

Slow Food Vorarlberg, Erlebnis Rankweil Gemeindemarketing GmbH, Kaufmannschaft Rankweil-Vorderland

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Carolin Frei
+43 (0)5522 405 1550

→ carolin.frei@rankweil.at

Franz Abbrederis
+43 (0)664 6088 4417

→ slowfood@vol.at
Projektleitung "minikoeche-rankweil" Projektleitung "minikoeche-rankweil" Projektlogo "minikoeche"
zwei lächelnde Mädchen beim Kartoffelschälen Vier Kinder stehen hinter einem grossen Kochtopf, einer hält den Deckel hoch. Darin schwimmen Kartoffelschnetze.

Miniköche Rankweil

Gesunde Gerichte aus regionalen Lebensmitteln nach dem Slow-Food-Prinzip von Kindern zubereitet

Die „Miniköche Rankweil“ sind ein Projekt, das vor 8 Jahren durch slow food Vorarlberg ins Leben gerufen wurde. Es basiert auf einer einfachen Idee: Kindern im Alter von 9–11 Jahren durch praktisches Tun an geeigneten Orten zu vermitteln, wie man gesunde Ernährung umsetzen kann und wie viel Spaß dies bereitet. Dazu werden Gruppen von rund 15 Kindern achtmal zu Treffen an verschiedenen Orten, die mit Lebensmitteln zu tun haben, eingeladen. Zu Beginn wird ihnen die Philosophie von slow food erklärt und dann ganz konkret gezeigt, wie man selbst aus regionalen Lebensmitteln Gerichte zubereitet. Dafür werden Gastronomen und Lebensmittelproduzenten wie Bäcker, Metzger, Gärtner, Lebensmittelhändler, die slowfood-gerecht kochen bzw. die Lebensmittel entsprechend verarbeiten, ins Boot geholt. Ziel ist, nicht nur die Kinder selbst zu erreichen, sondern sie als Multiplikatoren für ihre Familien und ihr Umfeld zu gewinnen. Sehr erfolgreich – wie die Wartelisten und Rückmeldungen immer wieder zeigen.

„Kürzlich erzählte mir eine Mutter: ‚Seit mein Sohn Minikoch ist, kann ich nicht mehr so kochen wie früher. Jetzt muss es frisch, gesund und regional sein.‘ – Welch ein Kompliment!“
Ausgangslage

Weshalb haben Sie dieses Projekt lanciert?

Franz Abbrederis: Die Projektidee entstand vor mehr als acht Jahren. Der Auslöser: Mir wurde bewusst, dass Kinder und Jugendliche immer mehr mit Fastfood und Fertiggerichten aufwachsen. Dieser Entwicklung eine Antithese gegenüberzustellen, das war mein Anliegen. Es geht um eine gesunde, faire Essenszubereitung, die durch die Aktion Miniköche bei den Kindern ein Umdenken bewirken soll – und letztlich auch bei den Eltern, Großeltern, Wirten und Köchen.

Ziele

Was wollen Sie mit dem Projekt erreichen und auf welchem Weg?

Franz Abbrederis: Das Grundprinzip ist simpel: Durch eigenes Tun und mit Spaß zu lernen, was gesunde Ernährung bedeutet und die Fähigkeit mitzunehmen, dies auch im Alltag umzusetzen. Wir vermitteln dies ganz praktisch: So wird beispielsweise mit einem „Erlebnis-Einkauf“ in einem Lebensmittelgeschäft für eine Gemüsesuppe gestartet – ganz ohne vorherige Anleitung. Im Anschluss werden die Einkäufe diskutiert, etwa warum Kaugummi oder Schokolade für dieses Rezept nicht die optimale Wahl sind. Der Chefkoch jedes Gasthauses erklärt beim Kochen genau die Herkunft der eingesetzten Zutaten und lässt die Kinder soweit möglich selbst kochen. Zudem erhält jedes Kind anschließend die Rezepte zum Mitnehmen. Eine pädagogische Begleitperson ist für den Zusammenhalt in der Gruppe sehr wichtig. Und am Schluss der 8 Veranstaltungen findet ein großer Abschlussabend statt – mit Urkundenverleihung durch Slow Food und den Bürgermeister, der die Schirmherrschaft inne hat.

Methoden

Wie genau läuft die Organisation ab? Wie finden Sie passende Anbieter?

Carolin Frei: Wir haben die Aktion öffentlich ausgeschrieben. Pro Jahr können sich maximal 15 Kinder im Alter von 9–11 Jahren aus Rankweil-Vorderland anmelden. Diese werden zu 8, jeweils rund 4 Stunden dauernden Veranstaltungen eingeladen. Orte sind jeweils Gasthäuser, Lebensmittelbetriebe und -anbieter wie Bäckereien, Metzgereien, Gärtnereien oder Lebensmittelgeschäfte. Jeder Betrieb muss vor dem Mitmachen den genauen Ablauf und die Rezepturen festlegen und uns einreichen. Dabei wird vor allem auf frische Zutaten, regionale Produkte und schonende Zubereitung viel Wert gelegt.

Finanzierung

Wie finanzieren Sie das Projekt?

Carolin Frei: Träger sind der Verein Slow Food Vorarlberg, die Marktgemeinde Rankweil und die Erlebnis Rankweil GmbH sowie die Kaufmannschaft Rankweil-Vorderland. Werbung, Pressearbeit und Ähnliches werden vom Gemeindemarketing und Slow Food gemeinsam übernommen. Die pädagogische Begleitperson und Bekleidung werden durch die Volksbank Vorarlberg gesponsert. Die beteiligten Betriebe übernehmen die Kosten für die eingesetzten Lebensmittel und die Küche. Die Eltern bezahlen einen kleinen Unkostenbeitrag von 95,– Euro für alle 8 Veranstaltungen – dafür darf jedes Kind nach dem Kochen Eltern, Großeltern oder Geschwister zum Essen einladen.

Erfahrungen

Wie ist die Resonanz auf Ihr Projekt?

Franz Abbrederis: Das Projekt wird hervorragend angenommen, die Erfahrungen sind überwältigend. Wir haben jedes Jahr Wartelisten und erhalten immer wieder positive Rückmeldungen der Eltern, etwa über durch das Projekt initiierte Veränderungen im häuslichen Haushalt. Schön ist auch, dass sich die Wirte bzw. Küchen in unseren Gasthäusern immer mehr umstellen. Nicht umsonst haben wir bereits 3 Gasthäuser in unserer Gemeinde mit slowfood-Auszeichnung. Unser Plan ist, die Veranstaltungsserie auch in anderen Regionen von Vorarlberg zu starten – als nächstes in Hard am Bodensee.

PechaKucha-Präsentation im Rahmen des IBK-Studientags für Gesundheitsförderung und Prävention am 20. April 2016