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Projekt: MehrWERT für Körper und Geist, Jahr: 2010

Projekttitel

MehrWERT für Körper und Geist

Setting

Schulen / Bildung

Zielgruppe

Jugendliche

Ort/Land

Lochau, (A )

Jahr

2010

Projektträger

Landesberufsschule Lochau

→ Link zum Projekt Projektleitung

Wolfgang Ponier
+43 (0)5574 42906 5009

→ wolfgang.ponier@lbslo1.snv.at
Projektleiter Wolfgang Ponier Projektlogo "MehrWert" Logo Landesberufsschule Lochau
Ein Gesicht mit zwei Äpfeln als Augen und einer Banane als Mund Eine Obstschale und viele Hände
Kennzeichnung Siegerprojekt Siegerprojekt 2010

MehrWERT für Körper und Geist

Ein Projekt, dass die ganzheitliche Gesundheitsförderung als Lehrziel in der Ausbildung in der Landesberufsschule fördert.

Mit dem Projekt «MehrWERT» werden die Schüler/innen der Landesberufsschule Lochau für Themen der Prävention und Gesundheitsvorsorge sensibilisiert. Durch die Umsetzung eines umfangreichen Maßnahmenkatalogs wird ihr persönliches Gesundheitsbewusstsein und die Sozialkompetenz gesteigert sowie das Verantwortungsbewusstsein für die eigene Gesundheit gestärkt. Im Rahmen ihrer Ausbildung werden Gesundheitskenntnisse und praktische Fähigkeiten vermittelt, die sie als zukünftige Multiplikatoren in der Gastronomie anwenden und weitergeben werden. Das Thema Gesundheitsförderung wurde dafür ganzheitlich in die Lehrziele aufgenommen.

„Die Schule der Zukunft muss auch über Emotionen, Gefühle, Wahrnehmungen und Erlebtes begeistern.“
Ausgangslage

Wie entstand die Idee zu diesem Projekt?

Wolfgang Ponier: Jährlich bilden wir 1 000 Schüler/innen an der Landesberufsschule (LBS) nach klassischen Methoden aus, die den Gesundheitsaspekt kaum berücksichtigen. Diese Lehrlinge werden später im Berufsleben zu wichtigen Multiplikatoren, wenn es um Gesund­heit und Genuss geht. Dieser Verantwortung sind sich die Ausbildenden bewusst und sen­­si­bilisieren jetzt mit diesem umfassenden Projekt die jungen Menschen schon während ihrer Schulzeit.

Ziele

Welche Ziele haben Sie sich mit dem Projekt gesetzt?

Wolfgang Ponier: Einerseits zielt dieses Projekt direkt auf die Steigerung des Gesundheitsbewusstseins und der Sozialkompetenz unserer Lehrlinge ab. Langfristig erreichen wir dadurch eine Stärkung des Verantwortungsgefühls für die eigene Gesundheit, aber auch jene der zukünftigen Gäste. Durch die Vermittlung von Gesundheitskenntnissen und praktischen Fähigkeiten werden sie für ihre Aufgaben als Multiplikatoren in der Gastronomie bestens vorbereitet und tragen zur Schaffung eines gesundheitsförderlichen Verpflegungsangebotes in der Gastronomie bei.

Methoden

Bei der Umsetzung des großen Maßnahmenkatalogs kam eine Reihe von unterschiedlichen Methoden zum Einsatz. Können Sie uns dazu mehr erzählen?

Wolfgang Ponier: MehrWERT ist ein einzigartiges Projekt im Sinne von Health in all Policies, in dem sich die Lehrlinge der Gastronomie mit Gesundheitsförderung auf allen Ebenen in Theorie und Praxis auseinandersetzen. Ihre Ausbildung wird in einem partizipativen Prozess reformiert. Dabei wurde eine neue Küchen-Philosophie für die Internatsverpflegung ent­wickelt, der Speisesaal in ein Wohlfühl-Restaurant verwandelt und „bewegte Pausen“ eingeführt. Die von Jugendlichen ausgewählten und erprobten Rezepturen, kombiniert mit pfiffigen Marketingstrategien sind richtungsweisend für die Außer-Haus-Verpflegung. Regionale Lebensmittelproduzenten und Gastronomen werden ebenfalls involviert. Aber auch Themen wie das Meiden von Genussgiften, also Nikotin und Alkohol, sowie der richtige Umgang mit Stress und Gewalt werden aktiv bearbeitet.

Alle diese Maßnahmen basieren auf unserem modularen Lehrkonzept, welches sich in die ­­vier Bereiche Ernährung, Bewegung, Sozialkompetenz und Suchtprävention gliedert. Auf ­dieser individuellen Ebene besteht das Ziel in der Förderung eines körperlich, geistig und sozial aktiven Lebensstils. Dazu werden Ausgleichsangebote zum Unterricht, sowie eine sinnvolle Freizeitgestaltung mit „Wohlfühlerlebnissen“ angeboten. Methoden, die sich bewähren, sollen zukünftig fix in Schule und Internat etabliert werden.

Finanzierung

Wie konnten Sie das Projekt finanziell umsetzen?

Wolfgang Ponier: Die Projektkosten von 340 000 Euro inkludierten die Ausbildung des Küchenleiters zum diätisch geschulten Koch sowie ein Gesamtkonzept der Schul- und Internatsentwicklung. Die Weiterbildung wurde vom Land Vorarlberg finanziert, das Gesamtprojekt wird aus den Mitteln des Fonds Gesundes Österreich und des Fonds Gesundes Vorarlberg gefördert. Ein Aufwand der sich auszahlt: Allein im Projektzeitraum von drei Jahren profitieren 3 000 Schüler/innen, 23 Pädagog/innen, 40 Hausangestellte und Internatsbetreuer/innen, 20 regionale Lieferanten und 280 Lehrbetriebe sowie die Gäste der Gastronomie.

Erfahrungen

Welche Erfahrungen haben Sie aus dem Projekt mitgenommen?

Wolfgang Ponier: Mich hat vor allem die Nachhaltigkeit und Langfristigkeit beeindruckt. ­Die Lehrlinge profitieren nachhaltig von den Erfahrungen an der LBS. Bewährtes in Schule und Internat sowie gemeinsam erarbeite und erprobte Unterrichtskonzepte, neue Rezepturen, Verwendung von regionalen, saisonalen Bio- und Fair-Trade-Waren werden langfristig beibehalten und weiterentwickelt. Das Projekt lässt sich auch als ganze Einheit sowie in Teilen auf andere Schulen, Internate und Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung einfach übertragen.

Weitere Erfahrungen können sie auch unter http://koerpergeist.wordpress.com nachlesen.