Inhalt

Projekt: Mehr als gewohnt, Jahr: 2010

Projekttitel

Mehr als gewohnt

Setting

Gemeinde

Zielgruppe

Kinder

Jugendliche

Fachpersonenn

Ort/Land

Fürth, (B)

Jahr

2010

Projektträger

Projektagentur Göttlein

→ Link zum Projekt Projektleitung

Eva Göttlein
+49 (0)911 756 56 70

→ info@goettlein.de
Projektleiterin Eva Göttlein Logo Bund-Länder-Programm Soziale Stadt Logo Projektagentur Göttlein
Kinder vor Kisten gefüllt mit Äpfeln Menschen unterschiedlicher Herkunft an einem grossen Tisch beim

Mehr als gewohnt

Stadtteile machen sich stark für Gesundheitsförderung in der Innenstadt Fürth: «Mehr als gewohnt» ist ein Projekt, bei dem Gesundheitsförderung auf Stadtteilebene implementiert wird.

Das Projekt startete 2006 als Forschungsprojekt des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) im Rahmen des Regierungsprogrammes «Gesundheitsforschung für den Menschen» des Bundesforschungsministeriums. 2008 wurde mit Begleitung einer städtischen Steuerungsgruppe die Geschäftsstelle Gesundheit in Fürth gegründet, in enger Kooperation mit Friedrich Meyer vom Quartiermanagement. Zielgruppen für die Mikroprojekte sind Kinder, Jugendliche und Multiplikator/innen. Die Projektidee ist, eine stadtteilbezogene Gesundheitsförderung zu implementieren, angekoppelt an das örtliche Quartiermanagement, mit fachlicher Unterstützung der kommunalen Ämter und nachhaltigen Projekten für die Zielgruppen. Die aktivierenden Aufgaben der Geschäftsstelle sind die Vernetzung der Gesundheitsakteure im Stadtteil Innenstadt, Schaffung von Kooperationen, Evaluation und die Verwaltung des Verfügungsfonds.

„Mit der Vernetzung und Koordination von bereits bestehenden Angeboten, der Beratung für neue Projektideen und der Initiierung von Kooperationen durch die Geschäftsstelle wurden inzwischen viele Kontakte geknüpft.“
Ausgangslage

Weshalb wurde das Projekt «Mehr als gewohnt» lanciert?

Eva Göttlein: Eine vom Difu-Institut durchgeführte Vor-Ort-Analyse im Stadtteil Fürth-Innenstadt stellt eindeutig fest: Kinder aus sozial schwachen Haushalten bzw. mit Migrationshintergrund leiden sehr häufig an Bewegungsmangel bis hin zu Übergewicht. Daraus resultiert ein grosser Bedarf an Gesundheitsaktivitäten für die Kinder der Innenstadt. Deshalb wurde in drei deutschen Städten das Modellprojekt initiiert: Hamburg-Altona-Lurup, Halle-Silberhöhe und eben bei uns in Fürth-Innenstadt. Dieses Projekt wurde wissenschaftlich vom Difu begleitet und evaluiert.

Ziele

Welche Ziele verfolgt die Innenstadt Fürth damit?

Eva Göttlein: Ziel des Projektes ist es, eine gesundheitsfördernde Stadtentwicklung zu implementieren und nachhaltig umzusetzen. Zielgruppen sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre, aber auch Multiplikatoren, wie Eltern, Erzieher/innen und Lehrer/innen. Kinder aus der Innenstadt sollen sich mehr bewegen und gesünder essen. Insgesamt über 20 Mikroprojekte hat die Geschäftsstelle Gesundheit dafür initiiert: Früchte für die große Pause gehören dazu, Kinderkochkurse im Mütterzentrum und Schwimmkurse für Hortkinder. Zudem gibt es neu einen Fitness-Spielplatz am Waldmannsweiher. Für jedermann.

Methoden

Und wie bringen Sie die Angebote zur Bevölkerung?

Eva Göttlein: Die Bereiche der Gesundheitsförderung und Prävention werden mit Projekten für Gesunde Ernährung, Bewegung in der Natur und Entspannung fokussiert. Mit der Vernetzung und Koordination von bereits bestehenden Angeboten, Beratung für neue Projektideen und die Initiierung von Kooperationen durch die Geschäftsstelle wurden inzwischen viele Kontakte geknüpft, wie zwischen dem Mütterzentrum und der Fürther Tafel, zwischen der Schule der Phantasie und der Bürgerstiftung sowie dem Apfelmarkt oder auch zwischen dem Ökozentrum und dem Imkerverein. Über die vielfältigen Kontakte im Stadtteil wird der Zugang zu den Zielgruppen ermöglicht. Alle Angebote des Projekts sind für die Teilnehmenden kostenlos.

Finanzierung

Und wie wird das Vorhaben finanziert?

Eva Göttlein: Die Finanzierung wurde durch den Landesverband der Betriebskrankenkassen Bayern sichergestellt. Ergänzend dazu hat die Techniker Krankenkasse einen Verfügungsfonds für Mikroprojekte gestellt. Mit diesem Fond (20 000 Euro) wurden bis Projektende über 20 nachhaltige Mikroprojekte in den Handlungsfeldern Ernährung, Bewegung und Suchtprävention finanziert.

Erfahrungen

Über welche Erfahrungen können Sie berichten? Können Sie das Projekt auch anderen Stadtteilen empfehlen?

Eva Göttlein: Wie bereits erwähnt konnten über 20 Mikroprojekte im Soziale-Stadt-Gebiet bereits sehr erfolgreich umgesetzt werden. Unter anderem die gesunde Obst- und Gemüsepause an den Innenstadtschulen, Kinderkoch- und Schwimmkurse, ein Bewegungskurse in der Natur oder eine Bewegungsschule für Mädchen. Über 750 Kinder und Jugendliche waren direkt an den Präventions-Projekten beteiligt. Die Multiplikatorenschulungen erreichten zusätzlich über 30 Teilnehmer/innen. Offene Angebote, wie der «Schlaue Storch» der Familienhebammen wurden nachhaltig unterstützt. Weitere Gesundheitsförderungs- und Präventions-Projekte für Kinder und Jugendliche im Stadtteil Innenstadt wurden auf den Weg gebracht, wie z. B. der über das Programm Soziale Stadt finanzierte «Fitneßspielplatz» am Waldmannsweiher. Das Konzept des Präventionsprojektes lässt sich auch für andere Städte übernehmen. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Vernetzung bestehender Einrichtungen. Voraussetzung ist die Aufnahme des Handlungsfeldes Gesundheit in das integrierte Handlungskonzept, die Bereitschaft der Kommune zur Mitarbeit, die Einrichtung einer Geschäftsstelle und eines Verfügungsfonds für Mikroprojekte durch Krankenkassen, Sponsoren oder Stiftungen.