Inhalt

Projekt: Lehrergesundheit mit AGIL ­(Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf), Jahr: 2019

Projekttitel

Lehrergesundheit mit AGIL ­(Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf)

Setting

Schulen / Bildung

Sonstige

Zielgruppe

Erwachsene

Fachpersonenn

Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter

Ort/Land

Prien am Chiemsee, (B)

Jahr

2019

Projektträger

Schön Klinik Roseneck

→ Link zum Projekt Projektleitung

Prof. Dr. Dr. Andreas Hillert
+49 8051 68100142

→ ahillert@schoen-kliniken.de
Projektleitung "Lehrergesundheit-mit-AGIL" Projektlogo "Lehrergesundheit-mit-AGIL"
Eine Person steht am Flipchart und zeigt auf Projektkarten Eine Person präsentiert vor einem Publikum

Lehrergesundheit mit AGIL ­(Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf)

Nachhaltigkeit

Viele Lehrerinnen und Lehrer erleben sich in ihrem Beruf in hohem Maße psychisch belastet. In psychosomatischen Kliniken sind sie seit Jahrzehnten die größte Berufsgruppe. Bis zur Erhöhung der Versorgungsabschläge erreichten teils keine 10% der Lehrkräfte den Altersruhestand. Belastete Lehrkräfte sind absehbar nur eingeschränkt in der Lage, guten Unterricht zu geben, womit dem Thema gesamtgesellschaftliche ­Bedeutung zukommt. Um angesichts der in hohem Maße interaktiven Belastungen des Berufes langfristig gesund zu bleiben, sind Kompetenzen unter anderem im Umgang mit eigenen Ressourcen nötig. Basierend auf umfangreichen empirischen Erhebungen bezüglich der gesunde und erkrankte Lehrkräfte unterscheidenden Muster wurde AGIL (Arbeit und Gesundheit im Lehrerberuf), ein auf acht Doppelstunden angelegtes Gruppen-­Präventionsprogramm, konzipiert und bei erkrankten und gesunden Lehrkräften (tertiär- bzw. ­primär-präventiv) in kontrollierten Studien evaluiert. AGIL wird derzeit in Kliniken sowie primär-präventiv in mehreren Bundesländern eingesetzt.

„Ziel ist es, Lehrerinnen und Lehrern ein Instrument in die Hand zu geben, wie sie erfolgreich mit psychischen ­Belastungen im Beruf umgehen können.“
Ausgangslage

Wie entstand die Projektidee?

Symptom-Behandlung und Erholung reichen nicht aus, um erkrankte Lehrkräfte zu befähigen, langfristig im Beruf gesund zu bleiben. Aus der Perspektive einer psychosomatischen Klinik lag die Kooperation mit Institutionen der Lehrer-Aus- und Weiterbildung nahe. So entstand eine wissenschaftlich anregende, praktisch-erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Ziele

Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem Projekt?

AGIL ist, was die Inhalte anbelangt, in hohem Maße kreativ: neben psychologisch-­psychotherapeutischen und pädagogischen Inhalten werden unter anderem aus dem Coaching stammende Elemente integriert. In der aktuellen Projektphase steht gleichwohl Nachhaltigkeit, im Sinne der Etablierung von Strukturen, die eine weite Verbreitung und hohe Qualitätsstandards gewährleisten, im Vordergrund. Ziel ist es, Lehrerinnen und Lehrern ein Instrument in die Hand zu geben, wie sie erfolgreich mit psychischen Belastungen im Beruf umgehen können.

Methoden

Wie haben Sie Ihr Projekt aufgebaut?

AGIL ist ein mehrstufiger Prozess: Anfangs ging es darum, empirisch Muster aufzuzeigen, in denen sich gesunde und erkrankte Lehrkräfte unterscheiden. Auf dieser Basis wurde AGIL konzipiert und evaluiert. In Kooperationen werden nun AGIL-Leiterinnen und -Leiter ausgebildet, um AGIL möglichst flächendeckend anbieten zu können. Aktuell steht unter anderem das Problem im Vordergrund, wie besonders belastete, oft entsprechende Angebote nicht freiwillig wahrnehmende Lehrkräfte zur Teilnahme motiviert werden können. Das Programm ist relativ einfach. Nach einer Einführung in das Thema Lehrergesundheit werden vier Module bearbeitet: Un-Achtsamkeit, Un-Denkbarkeit, Un-Möglichkeit und Un-Erholung. Ausgehend hiervon nehmen Lehrkräfte eine individuelle Standort­bestimmung vor, konzipieren ein individuelles „Entlastungsprojekt“ und machen sich an dessen Umsetzung.

Finanzierung

Wie haben Sie Ihr Projekt finanziert?

Der Vergleich gesunde/erkrankte Lehrkräfte wurde von der Schön Klinik Roseneck (Kooperation Prof. E. Schmitz, TU-München, Prof. D. Lehr, Leuphana Universität ­Lüneburg) finanziert. Die klinische Evaluation wurde mit Fördermitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege getragen. Für die Evaluation in Schulen (mit Prof. E. Kiel, LMU-München) wurden wir von der Bosch-Stiftung Stuttgart unterstützt. AGIL-Online war Teil eines EU-Projektes. Die praktische Umsetzung erfolgt unter anderem in Kooperation mit den Kultusministerien in Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. 

Erfahrungen

Wird Ihr Projekt gut angenommen?

Ja! Aus einer punktuellen wissenschaftlichen Initiative wurde der aktuelle „Gold­standard“ des Themas Lehrergesundheit. AGIL wird von den Trainerinnen und Trainern sowie den Teilnehmenden weit überwiegend sehr positiv aufgenommen. Zahlreiche wissenschaftliche und praxisbezogene Publikationen erschienen. Bisher wurden mehr als 400 Leiterinnen und Leiter geschult und von diesen bundesweit über 8000 Lehrkräfte erreicht. Limitierender Faktor bleiben politische und finanzielle Hürden.