Inhalt

Projekt: Kommunales „Netzwerk 60+“, Jahr: 2016

Projekttitel

Kommunales „Netzwerk 60+“

Setting

Gemeinde

Zielgruppe

Bevölkerung allgemein

Seniorinnen / Senioren

Ort/Land

Lichtensteig, (CH )

Jahr

2016

Projektträger

Gemeinde Lichtensteig, Amt für Gesundheitsvorsorge Kanton St.Gallen

→ Link zum Projekt Projektleitung

Mathias Müller
+41 (0)58 228 23 98

→ mathias.mueller@lichtensteig.sg.ch
Projektleitung "kommunales-netzwerk" Projektlogo "kommunales-netzwerk"
ältere Menschen, die um einen Tisch sitzen und miteinander reden Gruppe von Senioren, die einem Vortrag lauscht

Kommunales „Netzwerk 60+“

Entwicklung eines selbstorganisierten, partizipativen Netzwerks für Menschen im Pensionsalter

Die Bevölkerung in den Gemeinden spiegelt den demographischen Wandel in der Schweiz: Der Anteil älterer Menschen nimmt stetig zu. Diese Entwicklung stellt die kommunalen Verantwortlichen vor neue Herausforderungen, bietet jedoch auch neue Möglichkeiten: Der durch die gestiegene Lebenserwartung geschenkte Abschnitt an zusätzlicher aktiver Lebenszeit stellt ein bedeutendes Potential für die ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinschaft dar. Deshalb hat die Gemeinde Lichtensteig die Entwicklung eines selbstorganisierten, partizipativen Netzwerks für Menschen im Pensionsalter angestoßen. Die aktive Mitwirkung in der Gemeinde bedeutet nicht nur die Erschließung neuer wertvoller (personeller) Ressourcen für ein reicheres Leben in der Gemeinschaft, sondern die älteren Menschen fördern damit gleichzeitig den Erhalt ihrer Fähigkeiten, ihrer Selbstständigkeit und somit ihrer Gesundheit und Lebensqualität.

„Bei Mitgestaltungsprozessen ist entscheidend, dass Ziele selbst bestimmt werden können und nicht Top-Down vorgegeben sind.“
Ausgangslage

Wie entstand die Idee zum kommunalen Netzwerk 60+?

Mathias Müller: Der Anteil älterer Menschen an der Schweizer Bevölkerung wächst stetig. Diese Entwicklung stellt die kommunalen Verantwortlichen vor neue Herausforderungen. Die Gesundheitsförderung kann einen wesentlichen Beitrag leisten, die negativen Folgen dieser Entwicklung abzufedern. Zudem können die Gemeinden von dem Potenzial älterer Menschen profitieren, etwa indem diese ihre Zeit in ehrenamtliche Arbeit einbringen. Umgekehrt fördern solche partizipativen Prozesse die Lebensqualität der Teilnehmenden.

Ziele

Welche Ziele haben Sie sich mit dem Projekt gesetzt?

Mathias Müller: In einem selbstorganisierten Netzwerk soll die Bevölkerung 60+ gemeinsam mit den Akteuren die Lebensbedingungen vor Ort so gestalten, dass gesundheitsfördernde Ressourcen gestärkt werden. Die spezifischen Ziele werden partizipativ erarbeitet und umgesetzt. Das bedeutet, die Bevölkerung bringt ihre Bedürfnisse, Wünsche und Anliegen direkt in den Prozess ein und engagiert sich auch selbst in der Umsetzung. Diese starke Einbindung hat zum Ziel, dass die Ideen mitgetragen und langfristig etabliert werden können. Partizipation und Empowerment werden zur gelebten Realität.

Methoden

Wie setzen Sie die Projektidee in Ihrer Gemeinde im Einzelnen um?

Mathias Müller: Dank dem hoch partizipativen Ansatz (Zukunftsworkshop, Tischrunden, selbstorganisierte Arbeitsgruppen etc.) werden die personellen Ressourcen für die Maßnahmenentwicklung und -umsetzung vorwiegend von der Bevölkerung 60+ und den Akteuren aus dem gesellschaftlichen Umfeld zur Verfügung gestellt. Die Gemeindebehörde steuert und koordiniert die Aktivitäten, sorgt für die strategische Verankerung und stellt Infrastruktur zur Verfügung. Der Kanton unterstützt mit Moderationsleistungen und sorgt für Wissens- und Erfahrungstransfer sowie Ergebnissicherung.

Finanzierung

Wie finanzieren Sie die Aktivitäten?

Mathias Müller: Das Projekt wird von der politischen Gemeinde Lichtensteig und dem kantonalen Amt für Gesundheitsvorsorge St.Gallen getragen. Das Modellvorhaben läuft im Rahmen des nationalen Projekts VIA (Gesundheitsförderung Schweiz und 10 Kantone). Es fließen v. a. personelle Ressourcen vom Kanton, der Gemeinde und der Lichtensteiger Bevölkerung 60+ ins Projekt. Anfallende Projektkosten werden je nach Aufgabenbereich entweder von der Gemeinde oder dem Kanton getragen.

Erfahrungen

Welche Erfahrungen gibt es bisher?

Mathias Müller: Mit einem Kick-off Anlass im Februar 2015 ist das Projekt gestartet. Die Umsetzungsphase dauert bis Ende 2016. Bis dahin sollte der Prozess verstetigt sein. Regelmäßige Aktivierungsveranstaltungen von der Gemeinde sorgen für die langfristige Erhaltung des Netzwerkes über die Projektlaufzeit hinaus. Über 120 Seniorinnen und Senioren haben bisher aktiv am Projekt mitgewirkt. Rund 15 Anbieter aus dem zivilgesellschaftlichen Umfeld sind ins Netzwerk eingebunden. Bei Mitgestaltungsprozessen ist entscheidend, dass Ziele selbst bestimmt werden können und nicht Top-Down vorgegeben sind. Im Prozess haben sich drei bedürfnisorientierte Projekte herauskristallisiert, die in selbstorganisierten Arbeitsgruppen von den Seniorinnen und Senioren bearbeitet werden: die Angebotskoordination 60+, die Freiwilligenhilfe mit Zeitvorsorge und der Themenmittagstisch. Aspekte daraus und aus einer begleitenden Studentenarbeit der FHSG fließen bereits direkt in die Aufgaben der zuständigen Behörden ein. Der Prozess liefert wichtige Erkenntnisse zur erfolgreichen Gestaltung kommunaler Netzwerke im Bereich Gesundheitsförderung im Alter.

PechaKucha-Präsentation im Rahmen des IBK-Studientags für Gesundheitsförderung und Prävention am 20. April 2016