Inhalt

Projekt: GESTALT, Jahr: 2013

Projekttitel

GESTALT

Setting

Sonstige

Zielgruppe

Seniorinnen / Senioren

Ort/Land

Erlangen, (B)

Jahr

2013

Projektträger

Institut für Sportwissenschaft und Sport (ISS) der Universität Erlangen-Nürnberg

→ Link zum Projekt Projektleitung

Prof. Dr. Alfred Rütten
+049 (0) 913 1852 5000

→ alfred.ruetten@sport.uni-erlangen.de
projektleiter Prof. Dr. Alfred Rütten Projektlogo "Gestalt"
Erwachsene beim Tischtennis spielen Ältere Menschen bei Gymnastikübungen

GESTALT

Eine multimodale Bewegungsintervention zur Prävention von demenziellen Erkrankungen bei Personen im höheren Erwachsenenalter

Das Projekt GESTALT (Gehen, Spielen und Tanzen als Lebenslange Tätigkeiten) zielt auf die Implementation und nachhaltige Sicherung einer multimodalen Bewegungsintervention zur Prävention von Demenz durch körperliche Aktivierung von Personen im höheren Erwachsenenalter ab. Die Intervention beinhaltet ein strukturiertes Bewegungsprogramm und eine begleitende telefonische Betreuung der Teilnehmenden zur nachhaltigen Sicherung eines aktiven Lebensstils. Projektbegleitend wurde eine kooperative Planungsgruppe ins Leben gerufen, die sich mit der Planung, Durchführung und Nachhaltigkeit des Projekts beschäftigt. Für die Umsetzung von GESTALT konnten fünf Präventionsanbieter gewonnen werden. Das Projekt wurde durch das Institut für Sportwissenschaft und Sport (ISS) wissenschaftlich begleitet und die Veränderungen bzgl. physischer und kognitiver Leistungsfähigkeit sowie das körperliche Aktivitätsverhalten evaluiert.

„60 Prozent der Teilnehmenden haben während und nach GESTALT zusätzliche Bewegungsaktivitäten aufgenommen und auch sechs Monate nach der Intervention beibehalten. Dadurch wurde das Ziel der Bindung an einen aktiven Lebensstil für eine Mehrzahl der Teilnehmer erreicht.“
Ausgangslage

Weshalb haben Sie das Projekt GESTALT ins Leben gerufen?

Prof. Dr. Alfred Rütten: Demenzielle Erkrankungen sind ein globales Gesundheitsproblem und nehmen infolge der Bevölkerungsalterung in ihrer Bedeutung zu. Nach Vorausberechnungen der Bevölkerungsentwicklung wird sich die Zahl der Demenzkranken in Deutschland von derzeit 1,1 Millionen Personen bis zum Jahr 2050 auf etwa 2,3 Millionen erhöhen. Zahlreiche Studien empfehlen körperliche Aktivität als präventive Intervention, trotzdem fehlt es bis heute an einer bundesweiten und flächendeckenden Umsetzung eines solchen Programms.

Ziele

Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Projekt?

Prof. Dr. Alfred Rütten: Das GESTALT-Projekt zielt auf die Implementation und Dis­semination des GESTALT-Programms in die Praxis von Präventionsanbietern ab. Dabei sollen Erkenntnisse über die Gewinnung der Zielgruppe und von geeigneten Partnern für die Akquise und Durchführung des Programms erlangt werden. Ziel der Intervention ist es, einem der Hauptrisikofaktoren für demenzielle Erkrankungen – körperliche Inaktivität – nachhaltig entgegenzuwirken und die Zielgruppe dazu zu befähigen, einen körperlich aktiven Lebensstil aufzubauen und aufrechtzuerhalten. Dabei sollen die kognitiven und körperlichen Ressourcen der Teilnehmer gestärkt und somit einer Demenz vorgebeugt werden.

Methoden

Wie stellt sich die Projektarbeit dar?

Prof. Dr. Alfred Rütten: Das Projekt wird durch eine kooperative Planungsgruppe, bestehend aus lokalen Präventionsanbietern, geplant, gelenkt und nachhaltig abgesichert. Die GESTALT-Intervention setzt sich aus einem strukturierten Bewegungsprogramm und einem Telefoncoaching zusammen. Das sechsmonatige Bewegungsprogramm gliedert sich in die drei Bereiche „Tanz & Bewegung zu Musik“, „Sport & Spiel“ sowie „Bewegung im Alltag“. Dabei wird stets eine Integration von kognitiven, physiologischen, sozialen und emotionalen Stimulierungen bei den Teilnehmern angestrebt (zweimal pro Woche zu je 90 Min.). Um die Bindung an körperliche Aktivität zu sichern, werden die Teilnehmer durch ein Telefon­coaching begleitet (einmal pro Monat je 25 Min.).

Finanzierung

Wie sieht die Finanzierung des Projekts aus?

Prof. Dr. Alfred Rütten: GESTALT wurde im Zeitraum von 2010 bis 2013 von der Leitstelle Prävention „Gesund.Leben.Bayern“ des Bayerisches Landesamts für Gesundheit und Lebens­mittelsicherheit (LGL) mit einer Gesamtsumme von 186.190 Euro gefördert, wobei die Träger­schaft des Projekts beim ISS in Erlangen lag. Für eine zweite Durchführung von GESTALT in Erlangen konnte die Volkshochschule der Stadt Erlangen (vhs), ein Anbieter aus der ersten Runde, als neuer Projektträger gewonnen werden. Der vhs wurde hierfür eine weitere Förderung des LGLs über 33.710 Euro bewilligt. Die zweite Durchführung läuft bis April 2013.

Erfahrungen

Wie wirkte sich das Bewegungsprogramm auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus?

Prof. Dr. Alfred Rütten: Die sehr geringe Abbruch-Quote und der Wunsch der Teilnehmenden nach einem Folgeangebot sprechen dafür, dass das Programm sehr gut angenommen wurde. Die Ergebnisse zeigen positive Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit der Teilnehmer, jedoch kaum Veränderungen im physischen Bereich. 60 Prozent der Teilnehmer haben während und nach GESTALT zusätzliche Bewegungsaktivitäten aufgenommen und auch sechs Monate nach der Intervention beibehalten. Dadurch wurde das Ziel der Bindung an einen aktiven Lebensstil für eine Mehrzahl der Teilnehmer erreicht. Die derzeitige Fortführung des Projekts spricht für eine erfolgreiche Implementation auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit.