Inhalt

Projekt: FrischlingsZmittag, Jahr: 2016

Projekttitel

FrischlingsZmittag

Setting

Familien / Wohnraum

Zielgruppe

Erwachsene

Migrantinnen / Migranten

Ort/Land

Zürich, (CH )

Jahr

2016

Projektträger

Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren, GZ Schindlergut

→ Link zum Projekt Projektleitung

Linda Gosteli
+41 (0)44 365 24 46

→ linda.gosteli@gz-zh.ch

Franziska Summermatter

Projektleitung "frischlingsZmittag" Projektlogo "frischlingsZmittag"
Frauen mit Babys sitzen in einem Cafe zusammen Ausschnitt aus einem Informationsflyer

FrischlingsZmittag

Der regelmäßig stattfindende Mittagstisch für Wöchnerinnen mit Hebammenbegleitung ist ein Treffpunkt für zum Erfahrungsaustausch mit anderen Müttern.

Der FrischlingsZmittag ist als Treffpunkt für Wöchnerinnen konzipiert, damit frischgebackene Mütter andere Mütter kennenlernen und Erfahrungen austauschen können. Eine stillfreundliche Mahlzeit (vegetarisches Essen von no-waste Gastronomie Startup „Zum guten Heinrich“) entlastet die Mütter im Alltag und gibt Anregung zu gesunder Ernährung. Eine Hebamme isst mit und ist Ansprechpartnerin, vernetzt und leitet Gespräche rund um die Themen Stillen, Ernährung und allgemeines Wohlbefinden der Frauen und ihrer Babys. Hebammen in der Stadt kennen das Projekt und motivieren insbesondere diejenigen Mütter, die sie von der Wochenbettbetreuung als unsicher oder isoliert wahrnehmen, am Mittagstisch teilzunehmen. Hebammen sind sensibilisiert auf problematische Situationen in der Frühphase und machen Wöchnerinnen präventiv auf unterstützende Angebote aufmerksam. Im Gemeinschaftszentrum erhalten die Mütter weitere Informationen sowie die Möglichkeit, spezifische Vernetzungsgefäße oder weitere GZ-Angebote zu nutzen.

„Die frischgebackenen Mütter machen nachhaltige Erfahrungen, vernetzen sich und erhalten für sich und ihre Kinder wichtige Informationen und Tipps im Gesundheitsbereich. Sie schätzen das Angebot und äußern sich begeistert darüber.“
Ausgangslage

Wie beschreiben Sie die Lebenssituation der frischgebackenen Mütter?

Linda Gosteli: Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes im Kanton Zürich liegt aktuell bei 32 Jahren. Die Umstellung vom Berufsleben in den Alltag mit einem Baby ist eine große Herausforderung. In der Stadt gibt es viele zugezogene Familien, die keine Großeltern oder Verwandte in der Nähe haben, ein soziales Netz im näheren Wohnumfeld muss erst aufgebaut werden. In der Frühphase gibt es wenige Angebote für die Mütter, Krabbelgruppen sind oft erst für Eltern mit Kindern ab einem halben Jahr konzipiert. Viele Mütter sind in der ersten Phase des Mutterseins isoliert und unsicher. Immer mehr Mütter nehmen, bedingt durch den kurzen Mutterschaftsurlaub (14 Wochen in der Schweiz), schon nach wenigen Monaten ihre Arbeit wieder auf. Die Zeit, ein soziales, familienunterstützendes Netz aufzubauen, wird kürzer. Deshalb ist ein begleitetes Gefäß zum Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung in dieser Zeit äußerst wichtig.

Ziele

Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Projekt?

Franziska Summermatter: Das Kennenlernen anderer (erstgebärenden) Mütter soll erleichtert werden, etwa durch gemeinsame, stillfreundliche Mahlzeiten, einen offenen Rahmen, ohne Anmeldung. Durch den Erfahrungsaustausch werden die Mütter sicherer, „ältere“ Mütter geben Erfahrungen an die „Frischen“ weiter. Praktische Tipps und spezifische Informationen zu Themen wie Stillen, Ernährung, erste Mahlzeiten sollen bei der Alltagsbewältigung helfen, Unsicherheiten werden angesprochen und Fragen geklärt. Letztlich wird das Wissen von Müttern erweitert, die Mutterrolle gestärkt und ihre Gelassenheit erhöht. Die Mütter bauen sich ein unterstützendes Netzwerk auf und Babys erleben eine lebhafte Umgebung, welche sich auf sie einrichtet und bezieht.

Methoden

Wer unterstützt Sie bei dem Projekt?

Franziska Summermatter: Der Frischlingszmittag konnte dank dem Projektunterstützungsbeitrag der Gesundheitsförderung Kanton Zürich gestartet werden (einmaliger Beitrag von CHF 7000.-). Eine gemeinnützige Arbeitskraft, welche von Mitarbeitern des Gemeinschaftszentrums unterstützt wird, organisiert den Mittagstisch (3 h pro Woche). Eine Hebamme ist während den Mahlzeiten anwesend (1.5 h pro Woche). Die Hebammenpraxis Zürich übernimmt die Werbekosten und macht Mund-zu-Mund-Werbung. Ein no-waste Gastronomie-Start-up liefert die Mahlzeiten, welche zum Selbstkostenpreis verkauft werden.

Finanzierung

Wie finanziert sich das Projekt?

Linda Gosteli: Trägerschaft ist die Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren bzw. das Gemeinschaftszentrum Schindlergut, welches das Projekt in Kooperation mit der Hebammenpraxis Zürich konzipiert hat und durchführt. Das Gemeinschaftszentrum stellt den Raum zur Verfügung und bewirbt das Projekt auf den üblichen Kanälen (Flyer, Vernetzungstreffen mit sozialen Institutionen im Quartier, vierteljährliche Quartierinformationsschrift, Website). Das Gemeinschaftszentrum organisiert und unterstützt die Person, die sich im Rahmen eines Sozialen Einsatzplatzes freiwillig um den Mittagstisch kümmert, und bestellt und koordiniert die Mahlzeitenlieferung. Die Hebammenpraxis Zürich kommt für Werbung auf und arbeitet zu günstigen Konditionen.

Erfahrungen

Inwiefern konnten die Mütter von den Angeboten profitieren?

Linda Gosteli: Der „FrischlingsZmittag“ wird gut besucht. Die frischgebackenen Mütter schätzen das Angebot und äußern sich begeistert darüber. Einige können wieder einmal in Ruhe eine Mahlzeit zu sich nehmen, da sich die Hebamme um das unruhige Baby kümmern kann und gleich für alle Anschauungsbeispiel gibt, wie kleine Schreilinge beruhigt werden können. Oft kommen Frauen mit konkreten Anliegen und machen die Erfahrung, dass andere Mütter mit ganz ähnlichen Themen beschäftigt sind. So erfahren sie Entlastung und Unterstützung, und sie können gelassener in ihren anspruchsvollen Alltag zurückkehren. Es entstehen Kontakte, welche außerhalb des Mittagstisches weitergeführt werden. Den Preis des Mittagessens würden wir gern für weniger gut situierte Mütter senken.

PechaKucha-Präsentation im Rahmen des IBK-Studientags für Gesundheitsförderung und Prävention am 20. April 2016