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Projekt: FREELANCE – Prävention. Gesundheit, Jahr: 2016

Projekttitel

FREELANCE – Prävention. Gesundheit

Setting

Schulen / Bildung

Zielgruppe

Jugendliche

Fachpersonenn

Ort/Land

Heiden, (CH )

Jahr

2016

Projektträger

Allianz «freelance»

→ Link zum Projekt Projektleitung

Fausto Tisato
+41 (0)71 890 07 40

→ fausto.tisato@be-freelance.net
Projektleitung "freelance" Projektlogo "freelance"
Unterrichtsmaterialien zum Thema Prävention und Gesundheit Plakatwettbewerb 2011

FREELANCE – Prävention. Gesundheit

Das Suchtpräventionsprogramm für den flexiblen Einsatz im Unterricht von Oberstufen

«freelance» ist ein Suchtpräventionsprogramm für die Oberstufe mit flexibel einsetzbaren Unterrichtseinheiten, das die Lehrpersonen auf ihre Zeit- und Themenbedürfnisse abgestimmt einsetzen können. Das dreiteilig aufgebaute Programm hat bis dato die beiden Themenpakete «Tabak/Alkohol/Cannabis» und «Neue Medien» entwickelt. Zu den Angebotselementen gehören aktuell 25 frei downloadbare Unterrichtseinheiten und 96 Kurzeinheiten sowie die physisch und digital vorliegende «Präventionsbox» für spielerische Präventionskurzinputs im Unterricht, bei denen für die Lehrperson praktisch kein Vorbereitsaufwand entsteht. Darüber hinaus gibt es einen Plakatwettbewerb im Sinne der Peer Communication: Schüler/-innen-Teams kreieren Präventionssujets und -botschaften, die von Grafiker/-innen in Ausbildung bis zur Plakatreife weiterentwickelt werden. Die Sujets werden von den Programmträgern für verschiedenste Kommunikationsträger eingesetzt, etwa für die Schüleragenda oder als Plakatkampagne. Das Projekt wurde in den Jahren 2006/07 entwickelt und 2008 lanciert. «freelance» ist ein gemeinsames Programm der Präventionsfachstellen aus den Kantonen Appenzell Ausserrhoden, Graubünden, Nidwalden, St.Gallen, Schaffhausen, Thurgau, Zug und dem Land Fürstentum Liechtenstein.

„Das freelance-Programm hat sich als fester Bestandteil des Präventionsangebotes der beteiligten sieben Schweizer Kantone und des Fürstentums Liechtenstein etabliert.“
Ausgangslage

Wie ist es zu diesem Projekt gekommen und was waren die Beweggründe?

Fausto Tisato: Auf der einen Seite besteht gemäß Erhebung bei Lehrpersonen ein hoher Bedarf an umfassender Unterstützung in ihrem Gesundheitsförderungsauftrag anhand fachlich geprüftem Unterrichtsmaterial. Auf der anderen Seite stehen die Jugendlichen, die mehr als auf gut gemeinte Ratschläge von Präventionsfachleute auf die Meinung Gleichaltriger hören und sich selbst akzentuieren möchten. Auf Grund dieser Ausgangslage wurde das freelance-Präventionsprogramm entwickelt.

Ziele

Welche Ziele haben Sie für das Projekt definiert?

Fausto Tisato: Ein wichtiges Ziel war und ist, dass die freelance-Materialien so praxisnah sind, dass sie in den Schulen regelmäßig eingesetzt werden. Wie das gelingt? Indem einerseits die Lehrpersonen in ihrem pädagogischen Auftrag abgeholt und andererseits die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler im Sinne der Peer-Education eingebunden werden. Dies gilt insbesondere beim Themenpaket Neuen Medien, wo die Jugendlichen den Lehrpersonen gegenüber im Bereich der Nutzungskompetenz oft einen Erfahrungs- und Wissensvorsprung aufweisen. Indem Jugendliche selbst Präventionsbotschaften entwickeln, wollen wir sie als Multiplikatoren gewinnen, zudem ihre Selbstwirksamkeit durch Förderung von Reflexions- und Sozialkompetenzen stärken. Nicht zuletzt sollen durch Präventionsbotschaften von Jugendlichen Gleichaltrige wie auch die allgemeine Öffentlichkeit sensibilisiert werden. Damit dies dauerhaft gelingt, wird das freelance-Angebot basierend auf neuesten Erkenntnissen, Fakten, Methoden, Trends und Entwicklungen konstant und bedarfsorientiert weiterentwickelt.

Methoden

Welche Unterstützung hatten Sie, um das Projekt in die Tat umzusetzen?

Fausto Tisato: Bei der Entwicklung der Unterrichtsmaterialien für das Themenpaket Tabak/Alkohol/Cannabis durfte und darf ich auf die fachliche Unterstützung und Mitentwicklung von Daniel Felder zurückgreifen, beim Themenpaket Neue Medien hat ein Netzwerk von verschiedenen Fachpersonen mitgewirkt. Strukturell konnte das Programm eng an bestehende kantonale Präventionsanbieter angebunden werden. Deren direkten Zugänge/Vernetzung zu politischen Entscheidungsträgern, zu anderen Fachstellen und Fachpersonen sowie zu den Bildungsdepartementen und Schulen erlauben eine solide Basisfinanzierung sowie eine effiziente, ressourcenoptimierte Realisierung des Programms. Die durchschnittlichen Basisbetriebskosten des Programmes betragen ca. Fr. 80‘000.– jährlich. Diese werden auf die Programmträger anteilsmäßig ihrer Bevölkerungszahl aufgeteilt. Darüber hinaus gehende Aktivitäten in ihren Einzugsgebieten finanzieren die Träger selbst.

Finanzierung

Wie finanziert sich das Projekt?

Fausto Tisato: Träger sind die Gesundheitsdepartemente der beteiligten Kantone bzw. die Sozialen Dienste im FL. Durch Beteiligungsvereinbarungen im Zwei-Jahres-Rhythmus werden die finanziellen Mittel für den Betrieb und die Weiterentwicklung gesichert. Einmalige und ausgabengebundene Beiträge konnten für die Entwicklung des Grundangebotes beider Themenpakete von verschiedenen Stiftungen, Fonds und vom Bund erwirkt werden.

Erfahrungen

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Projekt gesammelt?

Fausto Tisato: Seit dem Start vor fast 10 Jahren hat das Programm eine große Akzeptanz erreicht. Das Angebot hat sich in den Schulen etabliert und ist als solches bekannt. Die Online-Unterrichtsmaterialien weisen eine hohe Downloadstatistik auf und die Tabak-Alkohol-Cannabis-Präventionsbox ist bereits in über 1'000 Schulen/Klassen im Einsatz. Das freelance-Programm hat sich mittlerweile als fester Bestandteil des Präventionsangebotes der beteiligten 7 Kantone und des FL etabliert und wird ständig weiterentwickelt. Die bisher viermal durchgeführten freelance-Contests erfreuen sich großer Beliebtheit mit jeweils zwischen 120 und 150 Eingaben. Die beliebte freelance-Agenda erscheint im Schuljahr 2016/17 in ihrer 7. Auflage; aktuell sind 30'000 im Einsatz.

PechaKucha-Präsentation im Rahmen des IBK-Studientags für Gesundheitsförderung und Prävention am 20. April 2016