Inhalt

Projekt: b.free, Jahr: 2008

Projekttitel

b.free

Setting

Vereine / Freizeit

Gemeinde

Zielgruppe

Jugendliche

Menschen mit Drogen-/Suchtproblemen

Ort/Land

Konstanz, (BW)

Jahr

2008

Projektträger

Landkreis Konstanz und Rotaryclubs im Landkreis

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Johannes Fuchs
+49 (0)7531 8001782 1787

→ johannes.fuchs@landkreis-konstanz.de

Dr. Uwe Schaffer
+49 (0)7533 2214

Projektlogo "b.free"
Vier Kinder auf Einrädern Junge mit Mütze vor b.free - Plakat

b.free

Jugend und Alkohol: vom Präventionsprojekt zum kommunalpolitischen Programm – ein Netzwerk von Bürgerengagement, Fachkräften, Politik, Verwaltung, Verbänden und Wirtschaft.

Aus einer Privatinitiative 2004 konzipiert und 2005 gestartet hat sich das Projekt «b.free» zu einem umfassenden Netzwerk aus Politik, Verwaltung, Verbänden, Fachkräften (Präventionsfachkräfte der Beratungsstellen und der Polizei, kommunalen Jugendpflegern, Schulsozialarbeitern) und des bürgerschaftlichen (Rotaryclubs, Botschafter) und unternehmerischen Engagements entwickelt. Dieses Netzwerk erreicht weite Bereiche der Bevölkerung und der politisch Verantwortlichen und trägt somit zu einer langfristigen und nachhaltigen Dialogkultur im Landkreis zu Fragen der Prävention entscheidend bei.

Ausgangslage

Weshalb haben Sie das Projekt lanciert?

Auch im Landkreis Konstanz bestätigte sich in den letzten Jahren der europaweite Trend der Zunahme jugendlichen Alkoholkonsums («immer jünger, immer mehr, immer härter»), nicht zuletzt auch durch die Zunahme der alkoholbedingten Klinikeinweisungen von Kindern und Jugendlichen und auch durch die Ergebnisse einer von «b.free» an die Universität Konstanz in Auftrag gegebene Studie.

Ziele

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Projekt?

«b.free» will das Thema Jugend und Alkohol zu einem öffentlichen und politischen Thema machen, auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes hinwirken, Erwachsene in ihrer Vorbildfunktion ansprechen und zu einem verantwortungs- und genussvollen Umgang der Jugend mit Alkohol beitragen.

Methoden

Wie haben Sie die Projektidee umgesetzt?

◾Etablierung eines landkreisweiten Netzwerkes und die Bildung von lokalen «Unternetzwerken»

◾Verbindung von Verhaltens- und Verhältnisprävention

◾Herstellung eines politischen Beschlusses zur Unterstützung von «b.free» durch alle Oberbürgermeister und Bürgermeister

◾Zur strategischen und operativen Umsetzung des Projektes wurde 2005 eine Steuerungs- und eine Projektgruppe gebildet, die sich seither jeweils regelmäßig etwa fünfmal jährlich auf Landkreisebene treffen. In allen Kommunen werden Runde Tische zu «b.free» gebildet, die als Aktionsbündnisse zur Alkoholprävention lokale Maßnahmen diskutieren und umsetzen. Diese Runden Tische finden in der Regel viermal jährlich statt. Sie orientieren sich am Leitbild: «It needs a village, to educate children»

◾Verleihung zweier mobil einsetzbarer Saftläden zum Ausschank alkoholfreier Cocktails, um einen Beitrag zur alternativen Festkultur zu leisten. Die Saftläden enthalten Bartheke, Spülmaschine, Gläser etc.

◾Durchführung von jährlich zwei Großdiskoveranstaltungen

◾Seit Ende 2005 läuft in allen 16 Kinosälen im Landkreis vor jedem Film ein 40 Sekunden dauernder Werbespot zu «b.free»

◾Erstellung und Pflege einer eigenen Homepage durch Schüler einer Berufsschule

◾Begleitung und Beratung des Projektes durch eine Werbeagentur

◾Intensivierung der schulischen und außerschulischen Präventionsaktivitäten

◾Gewinnung und Schulung von Bürgern als Botschafter für das Projekt

Finanzierung

Wie wird das Projekt finanziert?

Kosten für Druck, Filmproduktionen, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen, Unterstützung erlebnispä-dagogischer Angebote (Klettern statt saufen, Surfen statt Saufen…) werden über Projektgelder (Spenden, Sponsorengelder) finanziert. Personalkosten aller beteiligten Akteure werden durch die jeweiligen Arbeitgeber (Kommunen, Landkreis, Verbände, Polizei) getragen.

Erfahrungen

Wie hat sich das Projekt entwickelt?

«b.free ist zur richtigen Zeit am richtigen Ort» (Zitat Ergebnisstudie Universität Konstanz, Prof. Dr. Brigitte Rockstroh). Das Projekt hat durch das sektoralübergreifende, interdisziplinäre, fachliche, politische, bürgerschaftliche und unternehmerische Netzwerk, durch die Bildung Runder Tische in den Kommunen, durch regelmäßige Presse- und Öffentlichkeitsarbeit innerhalb von drei Jahren eine Bekanntheitsgrad von über 50% im Landkreis erreicht. Das Projekt erhielt mittlerweile bundes- und landesweite Auszeichnungen. Erstmals ist es im Landkreis Konstanz gelungen, eine Präventionsmaßnahme auf breite und starke Schultern zu stellen und eine nachhaltige öffentliche Diskussion zur Alkoholproblematik Jugendlicher in Schulen, Familien, Betrieben und Vereinen anzustiften.