Inhalt

Projekt: Bewegung und Begegnung, Jahr: 2008

Projekttitel

Bewegung und Begegnung

Setting

Sonstige

Zielgruppe

Erwachsene

Migrantinnen / Migranten

Ort/Land

Zürich, (CH )

Jahr

2008

Projektträger

Schweizerisches Arbeiterhilfswerk SAH Zürich

→ Link zum Projekt Projektleitung

Isabelle Durrer
+41 (0)44 446 50 00

→ isabelle.durrer@sah-zh.ch
Logo Schweizerisches Arbeiterhilfswerk
Vier Frauen in einr Turnhalle bei Übungen mit Gymnastikbällen Vier Frauen in einr Turnhalle bei Übungen mit Gymnastikbällen

Bewegung und Begegnung

Ein Gesundheits- und Integrationsförderungsprojekt für Migrantinnen

Integration ist ein vielschichtiger Prozess, der sich nicht ausschliesslich auf Arbeitseingliederung und Spracherwerb reduzieren lässt. Die körperliche und seelische Gesundheit sind eine entscheidende Voraussetzung für das Gelingen der Integration. Im Kurs «Bewegung und Begegnung» steht die Freude an der Bewegung im Vordergrund. Gemeinsame Gymnastikstunden (im Gemeinschaftszentrum) und Vitaparcours im Freien, ergänzt durch Sensibilisierungsarbeit für Gesundheits- und Ernährungsfragen, sollen präventiv auf die prekäre gesundheitliche Situation vieler Migrantinnen wirken.

Ausgangslage

Weshalb haben Sie das Projekt lanciert?

Aus Forschungsprojekten geht deutlich hervor, dass die gesundheitliche Lage der Migrationsbevölkerung schlechter ist als die der Schweizer Bevölkerung. Schulisch und beruflich schlecht qualifizierte Migrantinnen sind dabei besonders betroffen.

Ziele

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Projekt?

Die Teilnehmerinnen

◾lernen einfache und wirkungsvolle Gymnastikübungen
◾lernen den Vitaparcours kennen und können die Übungen korrekt ausführen
◾steigern ihre Beweglichkeit, Ausdauer, Geschicklichkeit und Kraft
◾werden für die Zusammenhänge von Bewegung, Wohlbefinden und Gesundheit sensibilisiert
◾werden ermutigt, ihre neuen Erfahrungen in der Freizeitgestaltung mit der Familie umzusetzen und so gesunde Lebensweisen weiterzugeben
◾wissen, wo sie sich an ihrem Wohnort über die Freizeitangebote informieren können

Methoden

Wie haben Sie die Projektidee umgesetzt?

◾Die Kursleiterin ist eine qualifizierte Gymnastiklehrerin aus dem Kosovo, die selber als Fluchtmigrantin vor 7 Jahren in die Schweiz gekommen ist.
◾Die Teilnehmerinnen werden auf spielerische und lustvolle Weise an die Übungsanlagen herangeführt und somit an Themen der Gesundheit und Vorsorge.
◾Mit dem punktuellen Einsatz von Mediatorinnen (sprachliche und kulturelle Übersetzerinnen) werden – im Anschluss an den Bewegungsteil – Gesundheitsfragen diskutiert; wobei die Erfahrungen und Themen der Teilnehmerinnen im Vordergrund stehen. Wir vermeiden bewusst die Schulstuben- Atmosphäre; die sanft moderierten Gesprächsstunden finden in der Cafeteria des Gemeinschaftszentrums statt.

Finanzierung

Wie wird das Projekt finanziert?

Das SAH Zürich hat die beiden Pilotkurse im 2007 aus seinem Innovationsfonds selber finanziert. Für die Finanzierung 2008 haben wir die Unterstützung von Fonds und Stiftungen erhalten. Die Teilnehmerinnen leisten einen kleinen, symbolischen Beitrag von Fr. 3.– pro Kurseinheit. Längerfristig suchen wir eine mehrjährige Unterstützung durch öffentliche Instanzen.

Erfahrungen

Wie hat sich das Projekt entwickelt?

In unseren beiden Pilotprojekten sind wir auf reges Interesse seitens der Migrantinnen gestossen; im Durchschnitt nahmen jeweils 12–15 Frauen und 10 Kinder (eine integrierte Kinderbetreuung ist Bestandteil des Angebotes) pro Semester teil. Dank der offenen und unterstützenden Zusammenarbeit mit dem Gemeinschaftszentrum konnten wir das Angebot auch im Quartier gut verankern. Das Konzept lässt sich problemlos multiplizieren. Bereits haben wir Interesse aus der Stadt Winterthur sowie von weiteren SAH-Regionalvereinen (insgesamt 10 Vereine in allen Landesteilen der Schweiz) vernommen. Für die Nachhaltigkeit des Projektes ist es unabdingbar, dass die Frauen den Kurs über zwei Semester besuchen. Die erlernten Übungen müssen regelmässig und korrekt ausgeführt werden. Berührungsängste im Zusammenhang mit sportlicher Aktivität (besonders im Freien) können erst mit der Zeit abgebaut werden. Ist diese Nachhaltigkeit gesichert, können wir – so unsere Überzeugung – ein sehr positives, auch volkswirtschaftlich relevantes Kosten/Nutzen-Verhältnis bilanzieren.