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Projekt: J1 – „Every hero needs a doctor“, Jahr: 2016

Projekttitel

J1 – „Every hero needs a doctor“

Setting

Schulen / Bildung

Zielgruppe

Jugendliche

Ort/Land

Ludwigsburg, (BW)

Jahr

2016

Projektträger

Landratsamt Ludwigsburg, Dezernat Gesundheit und Verbraucherschutz

→ Link zum Projekt Projektleitung

Dr. Uschi Traub
+49 (0)7141 144 1304

→ uschi.traub@landkreis-ludwigsburg.de
Projektleitung "j1" Projektlogo "J1" Projektlogo "J1"
Fünf Personen, die ein Banner des Projekts "J1 - every hero needs a doctor" vor sich hochhalten Gruppe von Kindern, Jugendichen und Erwachsenen bei der Urkundenübergabe

J1 – „Every hero needs a doctor“

Projekt zur Verbesserung der Teilnahme an der Jugenduntersuchung J1

Nur jeder zweite Jugendliche in Baden-Württemberg geht zur Jugenduntersuchung J1, obwohl diese im Kinderschutzgesetz des Landes verankert ist. Um die Teilnahme zu verbessern, wurde dieses Projekt lanciert, bei dem über das Setting Schule an die Zielgruppe herangetreten wird. Studien aus Mecklenburg-Vorpommern konnten bereits entsprechende Wirksamkeit zeigen. Das Gesundheitsdezernat, Landratsamt Ludwigsburg führte 2013 mit der Robert-Franck-Schule Ludwigsburg und weiteren Kooperationspartnern eine Pilotkampagne durch. Elftklässler entwickelten für Siebtklässler einen Slogan, Flyer, Plakate und einen Kurzfilm. Die Medien wurden anschließend professionell produziert. Alle Siebtklässler im Landkreis bekamen die Medien über ihre Schulen. Mit einem Klassenwettbewerb wurden die Siebtklässler zusätzlich angespornt, zur J1 zu gehen. Die Zahl der J1-Untersuchungen stieg im Projektzeitraum nachweisbar an. Im Jahr 2014 folgte eine zweite Pilotphase, 2015 die landesweite Aktion.

„Die Teilnahmequote an der J1 im Landkreis Ludwigsburg konnte im Zeitraum des Projektes von 57 % auf 73 % stark erhöht werden.“
Ausgangslage

Weshalb haben Sie das Projekt lanciert?

Uschi Traub: Die Jugendgesundheitsuntersuchung (J1) für Jugendliche zwischen 12 und 14 Jahren ist seit 2009 im Kinderschutzgesetz Baden-Württemberg gesetzlich verankert. Allerdings geht nur jeder zweite Jugendliche zur J1. In Baden-Württemberg gibt es kein staatliches Verfahren für die Einladung zur J1; nur einige Krankenkassen laden gezielt ein.

Ziele

Welche Ziele verfolgen Sie mit dem Projekt?

Uschi Traub: Hauptziel der Kampagne war, die Zahl der J1-Untersuchungen zu erhöhen und ggf. frühzeitig einzugreifen. U-Vorsorgeuntersuchungen werden zu über 90 % wahrgenommen, aber lediglich die Hälfte der Jugendlichen nehmen die J1-Untersuchung in Anspruch. Doch bei rund 70 % der Untersuchten ist eine Intervention notwendig – z. B. Medikation, Verschreibung einer Brille, Krankengymnastik etwa wegen Haltungsschäden, Vervollständigung des Impfschutzes, Beratung. Zusätzlich sollte die Motivation Jugendlicher, sich kreativ mit gesundheitlichen Themen auseinanderzusetzen, gestärkt werden.

Methoden

Wie haben Sie die Projektidee umgesetzt?

Uschi Traub: Die Schüler-Medien wurden im Rahmen eines Wettbewerbes an der Robert-Frank-Schule entwickelt. Alle Schulen im Landkreis erhielten Flyer im Postkartenformat mit 3D-Effekt, Elternbriefe und den Kurzfilm. Alle Kinder- und Hausärzte bekamen Plakate und Flyer. Der Film wurde auf der Internetseite „YouTube“ veröffentlicht. Die Klasse mit den meisten J1-Teilnehmern gewann einen Preis. Weitere Kooperationspartner waren die Kreisärzteschaft Ludwigsburg, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und die Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) sowie Schirmherr Köksal Cakir, 23-facher deutscher Karatemeister.

Finanzierung

Wie wurde das Projekt finanziert?

Uschi Traub: Die Pilot-Kampagne wurde vom Gesundheitsförderungs-Etat des Gesundheitsdezernats des Landkreises Ludwigsburg sowie von den Sponsoren Sanofi Pasteur MSD GmbH (Kosten für Graphiker, Druckkosten) und ADE Print Solutions (Sachleistungen z. B. Banner, T-Shirts, Urkunden, Klassenpreise etc.) getragen. Die Gesamtkosten waren rund 5.000 €, wobei die Hauptkosten durch die 3D-Brillen und die Transparentumschläge entstanden. Die landesweite Kampagne wird von der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg finanziert.

Erfahrungen

Wie hat sich das Projekt entwickelt?

Uschi Traub: Das Projekt lief über ein Jahr bis zur Erstellung der Materialien. Die Kampagne an den Schulen selbst lief über ein Quartal und die J1-Terminvergabe bei den Ärzten zog sich über zwei weitere Quartale. Das Projekt erreichte 5.000 Siebtklässler an 90 Schulen im Landkreis und ca. 200 Haus- und Kinderärzte. Die zweite Phase erreichte 83 Schulen. Die Zahl der J1 Untersuchungen (Daten der KVBW) stieg in Ludwigsburg im Vergleich zum Vorjahr im II. Quartal 2013 um 23 %, im III. um 19 % und im IV. um 39 % an. Im Vergleichslandkreis Esslingen lagen die Zahlen bei +2 %, –7 % und +10 %, in Baden-Württemberg waren die Zahlen rückläufig mit –3 %, –4,5 % und –16 %. Die Teilnahmequote an der J1 im Landkreis Ludwigsburg konnte von 57 auf 73 % stark erhöht werden. Die Kampagne wurde von der KVBW in Kooperation mit den Kultus- und Sozialministerien und Krankenkassen im Schuljahr 2015/2016 landesweit übernommen. Eine Fortsetzung ist in Kooperation mit KVBW und Krankenkassen und Ministerien angedacht.

Ausgezeichnet mit dem KollegInnen-Preis

‹J1 - Every hero needs a doctor› wurde im Rahmen des IBK-Studientags 2016 von den dort Teilnehmenden als bestes Beispiel der zum 6. IBK-Preis nominierten Projekte für Gesundheitsförderung und Prävention mit dem erstmal verliehenen KollegInnenpreis ausgezeichnet.

Als Preis durfte die Projektleiterin Dr. Uschi Traub einen Gutschein für eine 2-tägige Reise für 2 Personen zum Besuch und Kennenlernen eines KollegInnenprojektes entgegennehmen.

 

 

PechaKucha-Präsentation im Rahmen des IBK-Studientags für Gesundheitsförderung und Prävention am 20. April 2016