Inhalt
Mind-Spring
SettingVereine / Freizeit
Schulen / Bildung
Gemeinde
ZielgruppeErwachsene
Fachpersonenn
Migrantinnen / Migranten
Ort/LandKarlsruhe / landesweit (mehrere SK/LK), (BW)
Jahr2026
ProjektträgerMind-Spring Deutschland e.V.
→ Link zum Projekt ProjektleitungKonstantin Orizaris
0152 07202334
Mind-Spring
Blickpunkt Mensch
"Mind-Spring" ist ein peer-basiertes Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramm für Geflüchtete und Migrant:innen in Baden-Württemberg. Seit 2021 werden Gruppenkurse angeboten, in denen Teilnehmende in ihrer jeweiligen Erstsprache Wissen zu psychosozialer Gesundheit erhalten und alltagstaugliche Übungen kennenlernen. Jeder Kurs besteht aus neun manualisierten Workshops und wird von geschulten Peer-Trainerinnen mit eigener Migrationserfahrung geleitet, unterstützt durch Fachkräfte. Das Programm ist lebensweltorientiert, freiwillig und für Teilnehmende stets kostenlos. Ziel ist es, psychosoziales Wohlbefinden zu stärken und niedrigschwellige Räume für Austausch und Selbstwirksamkeit zu schaffen.
„Wir sind überzeugt: Gesundheit ist keine Frage der Herkunft. Jeder Mensch hat ein Recht auf seelisches und soziales Wohlbefinden.“
Warum wurde das Projekt ins Leben gerufen?
Geflüchtete und Migrant:innen stehen häufig unter erhöhter psychosozialer Belastung und haben erschwerten Zugang zu Angeboten der Gesundheitsförderung. Es mangelt an Programmen, die Selbstverantwortung und Selbstbestimmung stärken, Themen und Inhalte kulturell kontextualisiert kommunizieren und dabei direkt in Gemeinschaften wirken.
Welche Ziele verfolgt das Projekt?
Das Projekt schafft kultursensible, lebensweltnahe und niedrigschwellige Räume für Psychoedukation, Austausch und Selbstwirksamkeit. Trainer:innen vermitteln transkulturell adaptiertes Gesundheitswissen zu Körper, Gefühlen und Gedanken. Aufgrund der konsequenten Ressourcenorientierung entdecken Kursteilnehmende dabei ihre Kraftquellen (wieder). Sie können die gesundheitsfördernden Inhalte und Übungen direkt in ihren Alltag mitnehmen. Im Austausch mit der Kursgruppe lernen die Teilnehmenden miteinander und voneinander; und finden Wege, den persönlichen Herausforderungen des Ankommens in Deutschland zu begegnen. So stärkt Mind-Spring nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch die Integration in der neuen Heimat.
Wie wurde das Projekt umgesetzt?
Jeder Mind-Spring-Kurs besteht aus neun manualisierten Workshops. Die Kurse finden in den Lebenswelten der Teilnehmenden statt. Zentral ist dabei die Rolle der Peer-Trainer:innen, die als Expert:innen mit eigener Migrationserfahrung fungieren. Begleitet werden sie bei der Vorbereitung und Durchführung durch Co-Trainer:innen mit fachlichem Hintergrund. Landkreis-Koordinator:innen kümmern sich dabei um die Organisation der lokalen Umsetzung.
Wie wird das Projekt finanziert?
Träger ist der gemeinnützige Verein Mind-Spring Deutschland e.V.. Das Landesministerium für Soziales, Gesundheit und Integration fördert die dort angesiedelte kreisübergreifende Koordinationsstelle unter Beteiligung des Vereins (Spenden, Drittmittel). Die beteiligten Landkreise finanzieren die Umsetzung vor Ort aus Eigenmitteln sowie diversen Landes- und Bundesförderungen.
Welche Erfolge konnten erzielt werden?
Bisher konnten über 1.200 Menschen erreicht werden. Die Teilnehmenden berichten von einer Stärkung ihrer Identität und neuen Lebensperspektiven durch die Gruppenerfahrung. Die Begleitforschung durch die Universität Heidelberg zeigt, dass Mind-Spring das psychosoziale Wohlbefinden verbessert. Seit Projektbeginn hat sich Mind-Spring auf bereits sechs Landkreise verbreitet und eine lebendige, intersektorale ‚community of practice‘ der Anwender:innen geschaffen. Mit ‚Mind-Spring Junior‘ und ‚Mind-Spring Postmigrantisch‘ wird aktuell die Ausweitung auf weitere Zielgruppen vorangetrieben.