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Herzhaft Gsund im Werdenberg und Sarganserland
SettingBetriebe / Arbeitsplatz
Gemeinde
Hausarztmedizin
ZielgruppeBevölkerung allgemein
Erwachsene
Seniorinnen / Senioren
Ort/LandSt. Gallen, (CH )
Jahr2019
ProjektträgerÄrzteverein Werdenberg-Sarganserland
→ Link zum Projekt ProjektleitungUrs Keller
Patrick Roth
+41 712236255
Herzhaft Gsund im Werdenberg und Sarganserland
Nachhaltigkeit
Seit 2003 besteht die Aktion ‚Herzhaft Gsund‘ in der Region Werdenberg-Sarganserland. Damals führte die Veröffentlichung einer Studie, die eine um zehn Prozent höhere Sterberate in der Region feststellte, zum Startschuss für das Projekt. Dieses verfolgt eine Doppelstrategie: So werden einerseits Hausärztinnen und Hausärzte im Hinblick auf Herz-Kreislauf- sowie Krebsvorsorge sensibilisiert. Für die Bevölkerung werden anderseits Gesundheitsaktionen organisiert und Informationen zu gesunder Ernährung und Bewegung ausgegeben. Um Menschen in möglichst vielen Altersgruppen zu erreichen, wurden Kooperationen mit Betrieben geschlossen und auf Medienpräsenz gesetzt.
„Die langfristige Entwicklung der Mortalitätsrate bestätigt uns in unserer Arbeit. Insbesondere bei Brust- und Darmkrebs ist diese unter anderem aufgrund rechtzeitiger Früherkennung gesunken.“
Weshalb wurde Ihr Projekt ins Leben gerufen?
Das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich (heute: Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention) veröffentlichte 2001 eine Publikation mit beunruhigendem Inhalt: Die Sterblichkeit in der Region Werdenberg-Sarganserland lag um zehn und mehr Prozent höher als im übrigen Kanton und der Schweiz. Da Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Brust- und Darmkrebs die Hauptgründe dafür waren, hat der regionale Ärzteverein das Projekt ‚Herzhaft Gsund‘ gestartet.
Was wollen Sie mit Ihrem Projekt erreichen?
Ziel ist es, dass die Lebenserwartung ähnlich hoch ist wie in der restlichen Schweiz. Dafür müssen wir breit ansetzen. So versuchen wir Selbstverantwortung und Eigenkompetenz für das Gesundsein der Bevölkerung nahezubringen. Aber auch die Gemeinden sowie die Ärztinnen und Ärzte müssen dafür mit im Boot sein. Eine Projektlaufzeit von 20 Jahren in Zusammenarbeit mit Gemeinden braucht Motivation und Durchhaltewillen aller Mitglieder der Projektgruppe des Ärztevereins. Denn die wechselnden Gemeindeverantwortlichen und auch Partnerorganisationen müssen immer wieder für ihr Engagement gewonnen werden. Ich denke, das ist uns bisher sehr gut gelungen.
Wie haben Sie Ihr Projekt aufgebaut?
Am Anfang stand natürlich die Überzeugungsarbeit bei den Gemeindeverantwortlichen. Mittlerweile sind unsere Anliegen aber gut in den politischen Agenden verankert. Dann galt es, die Hausarztpraxen für unser Projekt zu gewinnen. Ihre Arbeitskraft stellen sie vollständig ehrenamtlich zur Verfügung. Als drittes müssen wir die Bevölkerung erreichen. Dazu veranstalten wir Aktionstage in den Gemeinden, gehen auf regionale Messen und Ausstellungen und bespielen die verschiedenen Medien.
Wie wird das Projekt finanziert?
Im Wesentlichen finanziert sich das Projekt durch die Gemeinden, die jährlich 50 Rappen pro Einwohner bezahlen, sowie in den ersten Jahren durch Förderbeträge des Kantons St.Gallen und von ‚Gesundheitsförderung Schweiz‘. Das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder des Ärztevereins, der Gemeindeverantwortlichen, der Samaritervereine und weiterer lokaler Organisationen sowie die Mitwirkung von Fachstellen sind Erfolgsfaktoren für die Nachhaltigkeit unserer Präventionsarbeit.
Ihr Projekt läuft ja schon seit 2003. Können Sie bereits Erfolge vorweisen?
Ja, die langfristige Entwicklung der Mortalitätsrate bestätigt uns in unserer Arbeit. Insbesondere bei Brust- und Darmkrebs ist diese unter anderem aufgrund rechtzeitiger Früherkennung gesunken. Auch ist ‚Herzhaft Gsund‘ bei der Bevölkerung bekannt. Das ist natürlich erfreulich, können wir doch meist viele Menschen zu unseren Gesundheitsaktionen begrüßen. Nach 15 der geplanten 20 Aktionsjahre lässt sich festhalten: Wir leisten einen unermüdlichen, aber wirksamen Einsatz zum Wohl der Bevölkerung in der Region Werdenberg-Sarganserland.