Inhalt
Digitale Streetwork im Bereich Sucht
SettingSonstige
ZielgruppeJugendliche
Menschen mit Drogen-/Suchtproblemen
Ort/LandMünchen, (B)
Jahr2026
ProjektträgerCondrobs e.V. , mudra e.V., Drogenhilfe Schwaben gGmbH, mindzonde, ANAD der AWO, Landesstelle für Glückspielsucht
→ Link zum Projekt ProjektleitungPatrick Hey
0176 134 100 32
Digitale Streetwork im Bereich Sucht
Gesundheit 4.0
"Digitale Streetwork im Bereich Sucht" ist ein aufsuchendes Beratungsangebot im digitalen Raum für junge Menschen mit Konsumerfahrungen. Fachkräfte verschiedener Trägerorganisationen sind auf Plattformen wie TikTok, Instagram, Reddit, Discord oder Gutefrage aktiv und treten dort anonym und niedrigschwellig mit jungen Nutzerinnen und Nutzern in Kontakt. Sie bieten Orientierung, erste Beratung und Informationen zu Konsum, Gesundheit und Unterstützungsangeboten. Das Projekt wird von mehreren Organisationen der Sucht- und Jugendhilfe in Bayern gemeinsam umgesetzt und richtet sich insbesondere an junge Menschen, die "analoge" Beratungsstellen nicht nutzen oder schwer erreichen.
„Wir bieten jungen Menschen, die konsumieren, frühzeitig Orientierung, Unterstützung und Entlastung. Und zwar da, wo sie sich tatsächlich aufhalten: im digitalen Raum.“
Warum wurde das Projekt ins Leben gerufen?
Digitale Plattformen sind zu zentralen Kommunikationsräumen für junge Menschen geworden. Da sich die Lebenswelt der Zielgruppe zunehmend in den digitalen Raum verlagert, werden klassische Beratungsangebote in physischen Einrichtungen teilweise weniger genutzt. Das Projekt reagiert auf diese veränderten Lebensumstände.
Welche Ziele verfolgt das Projekt?
Konsumierende junge Menschen werden in digitalen Räumen frühzeitig erreicht. Neben der niedrigschwelligen Beratung bei Fragen zu Konsum, Gesundheit und anderen Belastungen dient das Angebot der Orientierung, Prävention und Entlastung. Durch den Zugang zu weiterführenden Hilfen sollen risikobehaftete Verhaltensweisen minimiert und gesundheitsfördernde Lebensweisen unterstützt werden, um jene jungen Menschen zu erreichen, die sonst durch das Hilfenetzwerk fallen würden.
Wie wurde das Projekt umgesetzt?
Die Umsetzung des Projekts basiert auf den zentralen Prinzipien der Sozialen Arbeit, wie Niederschwelligkeit, Aufsuchende Arbeit, Transparenz, Vertrauensaufbau, Freiwilligkeit sowie einer akzeptierenden Grundhaltung. Im Rahmen der aufsuchenden Arbeit treten die Fachkräfte auf Social-Media-Plattformen aktiv in Kontakt und nutzen anonyme Chats sowie Foreninteraktionen, um direkt mit der Zielgruppe zu interagieren. Das Projekt vereint dabei die Expertise eines interdisziplinären Netzwerks spezialisierter Träger, wobei regelmäßige, trägerübergreifende Teamsitzungen einen effizienten Ressourceneinsatz und eine kontinuierliche fachliche Abstimmung gewährleisten. Neben der direkten Beratung werden zudem zielgruppengerechte Informations- und Präventionsinhalte aufbereitet.
Wie wird das Projekt finanziert?
Das Projekt wird durch das Bayerische Gesundheitsministerium finanziert. Jeder Träger erhält Fördermittel für Sach- und Personalkosten bei seinem jeweiligen Regierungsbezirk, ergänzt durch zusätzliche Ressourcen für die trägerübergreifende Koordination durch Condrobs e. V.. Die Träger bringen zusätzlich Eigenmittel mit ein, welche über Spenden finanziert sind.
Welche Erfolge konnten erzielt werden?
Jeder Träger führt monatlich durchschnittlich rund 20 Chat- und Foreneinsätze durch, was jährlich etwa 1.000 digitalen Gesprächen pro Träger entspricht. Darüber hinaus erreichen die Träger durch die content-basierte Streetwork (gemessen an Views und Reaktionen) jährlich mehrere hunderttausend Personen.