Inhalt

Projekttitel

Ehrenamtliche Familienpaten im Landkreis Konstanz

Setting

Familien / Wohnraum

Gemeinde

Zielgruppe

Bevölkerung allgemein

Kinder

Jugendliche

Erwachsene

Ort/Land

Konstanz, (BW)

Jahr

2010

Projektträger

Fachstelle für Bürgerschaftliches Engagement Landratsamt Konstanz

→ Link zum Projekt Projektleitung

Annette Breitsameter-Grössl
+49 (0)7531 800 1783

→ annette.breitsameter-groessl@lrakn.de
Projektleiterin Annette Breitsameter-Grössl Logo Deutscher Kinderschutzbund Logo Landkreis Konstanz
Kinderzeichnung - eine Person im Bett und eine Person,die mit einem Kind spielt Plakat mit Aufruf zur nachbarschaftlichen Hilfe

Ehrenamtliche Familienpaten im Landkreis Konstanz

Ehrenamtliche Begleitung für Familien mit Kindern im Alltag

Immer mehr Familien kommen nicht mehr allein zurecht – sie befinden sich in Notlagen oder schwierigen Lebenssituationen. Ehrenamtliche Familienpaten nehmen sich im Landkreis Konstanz Zeit für Kinder und deren Familien, die selber kein soziales Auffangnetz haben. Sie begleiten und kümmern sich um sie im Alltag. Dadurch werden die Familien entlastet und können wieder Kraft schöpfen. Familienpaten arbeiten, wenn nötig, in Absprache mit Fachkräften wie Familienhelfern, Hebammen und hauswirtschaftlichen Hilfen zusammen. Sie helfen den Familien sich zunächst in ihrem Umfeld zu stabilisieren und in weiteren Schritten von fremder Hilfe unabhängig zu werden.

„Hilfsbereitschaft, Freude an der Beteiligung und öffentliche Anerkennung sind Anreize, sich als Familenpate zu engagieren.“
Ausgangslage

Was war der Beweggrund das Projekt Familienpaten aufzunehmen?

Annette Breitsameter-Grössl: Familienstrukturen lösen sich immer mehr auf, das Weitergeben sozialer, alltagstauglicher Techniken findet nur noch selten statt. Probleme, Belastungen und Anforderungen kumulieren sich im Alltagsleben und können psychischen und physischen Druck im Familienleben erzeugen. Folgeerscheinungen, wie Gesundheits- ­­und Entwicklungsstörungen treten häufig auf. Möglichkeiten zur Prävention und Therapie sind zwar oftmals vorhanden, werden aber nicht oder nur unbefriedigend genutzt. Das alles sind Risiken, im gesellschaftlichen Abseits zu landen und später schneller und schwerer zu erkranken. Zusätzlich fehlt es manchen Kindern an ausreichender Unterstützung und Wertschätzung in ihren Familien.

Ziele

Was sind die Ziele des Einsatzes von Familienpaten?

Annette Breitsameter-Grössl: Wir motivieren Personen sich als ehrenamtliche Familien­paten schulen zu lassen, um sich in Familien einzubinden, diese aktiv zu begleiten und dadurch zu entlasten. Indem wir gemeinsam mit den Familienmitgliedern neue Netzwerke aufbauen, fördern wir ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Methoden

Mit welchen Maßnahmen setzen sie das Projekt um?

Annette Breitsameter-Grössl: Es ist notwendig, interessierte Freiwillige zu akquirieren, deren initiale Schulung zu organisieren, die Organisationsform des Betriebes «ehrenamtliche Familienpaten» sicherzustellen und das neue Angebot öffentlich bekannt zu machen. Über Plakate, Flyer sowie Presseauftritte wurden Freiwillige für dieses Projekt gefunden und der Dienst bekannt gemacht. Mit dem Deutschen Kinderschutzbund (DKSB Singen-Hegau e.V.), dessen pädagogische Fachkraft Frau Grit Roth die Bewerbungsgespräche mit den zukünftigen Familienpaten durchführt und die Koordinierungsarbeit der Einsätze leistet, haben wir einen idealen Kooperationspartner gefunden. Damit wird gewährleistet, dass die Patenschaften in den Familien in zeitlicher sowie persönlicher Hinsicht passen und die Qualität des Engagements gesichert ist. Um sich auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen, bietet der DKSB regelmäßige Treffen für die Familienpaten an verschiedenen Standorten im Landkreis Konstanz an. Diese regionalen Gruppen leitet die pädagogische Fachkraft Frau Roth.

Finanzierung

Und wie wird das Projekt finanziert?

Annette Breitsameter-Grössl: Wie es der Name bereits sagt, arbeiten die Familienpaten ehrenamtlich. Hilfsbereitschaft, Freude an der Beteiligung und öffentliche Anerkennung sind Anreize, sich als Familienpate zu engagieren. Das heißt, es werden lediglich Auslagen, wie Fahrtkosten und Eintrittsgelder, durch das Jugendamt erstattet. Mit hauptamtlichen Mitarbeitern könnten die Aufgaben in diesem Maß nicht finanziert werden. Aufgrund des präventiven und begleitenden Charakters dieser ehrenamtlichen Hilfestellung kann rechtzeitig geholfen und eine Eskalation sozialer und gesundheitlicher Probleme mit hohen Folgekosten vermieden werden. Finanziell wird das Projekt vom Landkreis Konstanz und der Landesstiftung Baden-Württemberg getragen.

Erfahrungen

Welche Erfahrungen konnten Sie bisher sammeln?

Annette Breitsameter-Grössl: Das Credo der Familienpaten ist übereinstimmend: Das Engagement als Familienpate erfordert Ausdauer, Kraft, Toleranz und Geduld – aber man bekommt viel zurück. Denn es ist wunderbar zu erleben, wenn sich die Patenkinder freuen und zufrieden lächeln. Der Landesverband des DKSB hat das Projekt aufgrund der guten Erfahrungen im Landkreis Konstanz in seine beständige Projektliste mit aufgenommen und bildet nun auch selber aus. Somit steht einer Multiplizierbarkeit nichts mehr im Wege. Im Landkreis Konstanz wird die Verbesserung der Lebensbedingungen von Familien mit Kindern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen, bei der auf unterschiedliche Bedarfslagen mit professionellen Hilfearrangements, aber auch mit ehrenamtlicher Hilfe reagiert wird. Dies sind für alle Beteiligten tolle Erfahrungen und ein großer Schritt.